Chronik 2007–1997

Studio Hamburg Nachwuchspreis – Chronik 2007–1997
Der Studio Hamburg Nachwuchspreis ist für die Preisträger ein Sprungbrett ins professionelle Filmgeschäft. Klicken Sie sich hier durch die Sieger der Jahre 2007–1997.

2007
Preisträger

STUDIO HAMBURG NACHWUCHSPREIS

Bestes Drehbuch

Neun Szenen
Autoren: Anna Brüggemann und Dietrich Brüggemann
Hochschule für Film- und Fernsehen Konrad Wolf

 


Beste Regie

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Land gewinnen
Regie: Marc Brummund
Hamburg Media School

 


Bester Film

pingpong

pingpong
Produktion: Ines Just
Hochschule für Film- und Fernsehen Konrad Wolf

 

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Preußisch Gangstar
Produktion: Philip Pratt
Hochschule für Film- und Fernsehen Konrad Wolf

 


Bester Kurzfilm

mungo

Der Mungo
Regie: Philipp Osthus
Hamburg Media School

 


GÜNTER-STRACK-FERNSEHPREIS

Beste Schauspielerin

Janina Stopper
für ihre Rolle als Sonja in „Bloch – Die Wut“

 


Bester Schauspieler

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Enno Hesse
für seine Rolle als Harald Winken in „Arnies Welt“ und 
für seine Rolle als Jan Ottmann in „Auf immer und ewig“

2006
Preisträger

STUDIO HAMBURG NACHWUCHSPREIS

Bestes Drehbuch

37 ohne Zwiebeln
KHM Köln
Produktion: Mohammad Farokmanesh, Frank Geiger, Armin Hofman
Laufzeit: 14 Minuten
Format: Super 16 • Farbe

Inhalt:
Schneller Schnitt. Auslassen von langatmigen Entwicklungen: Ein Leben wie im Film. Für viele ein Wunschtraum, für Lukas Knispe bittere Realität. Denn Lukas schlittert durch die Jumpcuts seines Lebens von einer Situation in die nächste. Sein Bemühen wieder in Einklang mit sich und der Zeit zu kommen, mündet in einem Chaos.

Begründung der Jury:
Ein Feuerwerk von Einfällen beschert uns André Erkau, Absolvent der Kunsthochschule für Medien, Köln, in seiner experimentierfreudigen Komödie „37 ohne Zwiebeln“. Der Film erzählt ein Leben wie im Film. Für viele ein Wunschtraum, für Lukas Knispe aber bittere Realität. Denn Lukas schlittert durch die Jumpcuts seines Lebens von einer Situation in die nächste. Sein Bemühen, mit sich und der Zeit wieder in Einklang zu kommen, mündet in einem Chaos. Das Drehbuch über die Wiederentdeckung der Langsamkeit ist intelligent gebaut, schlüssig geschrieben – mit einem guten Schluss – und steckt voller raffinierter Details. Die Jury war begeistert von den gelungenen Dialogen, der straffen Dramaturgie und den fantasievollen Übergängen der Geschichte. Deshalb die einstimmige Entscheidung der Jury, André Erkau für „37 ohne Zwiebeln“ mit dem Studio Hamburg Nachwuchspreis 2006 in der Kategorie „Bestes Drehbuch“ auszuzeichnen.

Regie: André Erkau
Drehbuch: André Erkau
Kamera: Dirk Morgenstern
Darsteller: Bernd Moss, Linda Olsansky

André Erkau
André Erkau wurde 1968 in Dortmund geboren. Zusammen mit einigen Weggefährten war er Mitbegründer des Jungen Theaters in Bremen. Noch vor seiner Schauspielausbildung in Hamburg spielte er als Gast am Bremer Schauspielhaus. 1997 wechselte er in ein festes Engagement an die Württembergische Landesbühne nach Esslingen. Es folgten diverse Rollen bei Funk und Fernsehen. Von 2001 bis 2005 studiert er Filmregie an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Sein Abschlussfilm wurde im Januar 2006 erfolgreich im Wettbewerb des Max-Ophüls-Festivals uraufgeführt. So wurde „37 ohne Zwiebeln“ gleich zweimal ausgezeichnet und erhielt sowohl den Max Ophüls Preis in der Kategorie „Kurzfilm“ als auch den Preis der Interfilm-Jury. Besonders letzteres sorgte beim Festival für eine kleine Sensation, da der Interfilmpreis bislang nur an Langfilme vergeben wurde. Kurz darauf wurde „37 ohne Zwiebeln“ gleich in drei Kategorien Studio Hamburg Nachwuchspreis 2006 nominiert („Bester Kurzfilm“, „Beste Regie“ und „Bestes Drehbuch“). Ende Februar erhielt der Film dann das Prädikat „Besonders Wertvoll“ von der Filmbewertungsstelle. Ferner ist „37 ohne Zwiebeln“ einer von weltweit 42 Filmen, die noch im Rennen für eine Nominierung zum diesjährigen Studenten-Oscar sind. Zur Zeit arbeitet er an seinem Langfilmdebüt.


Beste Regie

Unter der Sonne
HFF München
Produktion: Maren Lüthje, Florian Schneider
Laufzeit: 60 Minuten
Format: 35 mm • Farbe

Inhalt:
Der 13jährige Viktor wird von seinen Eltern übers Wochenende bei der Tante „abgestellt“. Die Entdeckung der ersten Liebe, die Konfrontation mit der eigenen Angst und der Versuch, der Einöde zu entfliehen, gipfeln in einer fatalen Katastrophe, die das Leben des Jungen für immer verändern wird.

Begründung der Jury:
Wie inszeniere ich unterhaltsam Langeweile und Sprachlosigkeit? Der Regisseur Baran Bo Odar, Absolvent der HFF München, liefert eine beeindruckende Antwort. Sehr exakt folgt er dem 13jährigen Viktor, der von seinen Eltern übers Wochenende bei der Tante „abgestellt“ wird. Die Entdeckung der ersten Liebe, die Konfrontation mit der eigenen Angst und der Versuch, der Einöde zu entfliehen, gipfeln in einer fatalen Katastrophe, die das Leben des Jungen für immer verändern wird. Stilsicher, spannend, optisch und atmosphärisch dicht, provoziert und polarisiert dieser Film über den Verlust der Unschuld. Wir gratulieren dem Regisseur Baran Bo Odar mit „Unter der Sonne“ zum Studio Hamburg Nachwuchspreis 2006 in der Kategorie „Beste Regie“.

Regie: Baran Bo Odar
Drehbuch: Baran Bo Odar
Kamera: Nikolaus Summerer
Produktion: Maren Lüthje
Darsteller: Maximilian Waldmann, Janina Stopper, Astrid M. Funderich

Baran Bo Odar
Baran Bo Odar, geboren 1978 in Olten in der Schweiz, machte 1997 in Erlangen Abitur. 1998 begann er sein Studium an der HFF München in der Abteilung III/Film- und Fernsehspiel. 2001 verbrachte Baran bo Odar ein Jahr in Barcelona. Anschließend absolvierte er ein Regiepraktikum bei Doris Dörries Kinofilm „Nackt“. 2003 hat er am Berlinale Talent Campus teilgenommen. Im selben Jahr gründete der gebürtige Schweizer zusammen mit Mike Marzuk „illegalefarben filmproduktion“, unter deren Namen in den letzten zwei Jahren diverse Videoclips produziert wurden. 2005 belegte Baran bo Odar zusätzlich den Masterstudiengang „Masterclass of Werbung und Imagefilm“ an der HFF München, beide Studiengänge schloss er Anfang 2006 mit dem Diplom erfolgreich ab. Sein neuestes Projekt ist der für das Kino produzierte Thriller „Treibjagd“. Baran bo Odar ist der Regisseur von „Unter der Sonne“, nominiert in der Kategorie Beste Regie für den Studio Hamburg Nachwuchspreis.


Bester Film

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Urlaub vom Leben
Filmakademie B-W
Produzent: Jochen Laube
Länge: 83 Minuten
Format: Super 16 • Farbe

 

Inhalt:
Eine geheime Urlaubswoche verhilft dem resignierten Bankangestellten Gustav Köster zu neuer Lust am Leben und befreit ihn und seine Familie von lähmender Routine.

Begründung der Jury:
Der Hochschulabsolvent der Filmakademie Baden-Württemberg Jochen Laube widmet sich in „Urlaub vom Leben“ der stillen Präsentation einer Lebenskrise: Am Beispiel des Bankangestellten Gustav Köster wird die Identitätssuche eines Menschen gezeigt, seine Befreiung von der ihn lähmenden Routine des Alltags. Die neu errungene Freiheit hat ihren Preis &ndash was diesem Film einen melancholischen Nachklang verleiht. „Urlaub vom Leben“ ist eine leise, realistische Komödie mit überraschenden Wendungen. Vor allem der Gesamteindruck der Produktion überzeugte die Jury: Die ausgezeichnete Besetzung, das Buch, die Ausstattung, der Schnitt vermitteln beim Sehen des Films die Kreativität und Freude des Produzenten bei der Arbeit und den kooperativen Umgang aller Beteiligten an diesem Stoff. Die Entscheidung fiel einstimmig. Wir gratulieren dem Produzenten Jochen Laube mit „Urlaub vom Leben“ zum Studio Hamburg Nachwuchspreis 2006 in der Kategorie „Bester Spielfilm“.

Regie: Neele Vollmar
Drehbuch: Janko Haschemian
Kamera: Pascal Schmit
Produktion: Jochen Laube
Darsteller: Gustav Peter Woehler, Petra Zieser, Meret Becker

Jochen Laube:
Geboren wurde Jochen Laube 1978 in Ludwigsburg. Nach dem Abitur war er Produktions- und Aufnahmeleiter zahlreicher Imagefilme und Events. 2000 arbeitete er als Produktionsassistent für den RTL Event – Zweiteiler „Die Pest“. Seit Herbst 2000 studierte er an der Filmakademie Baden-Württemberg das Studienfach Produktion, wo er 2005 sein Diplom erhielt. Von 2002 bis 2003 war er Stipendiat der VFF. 2004 Caligari Preisträger. Während seines Studiums arbeitete er als Produktionsassistent bei Peter Greenaways Produktion „The Tulse Luper Suitcases“ in Luxemburg und engagierte sich für das deutschlandweite Kinderkinokonzept „Zauberlaterne“ der UNESCO. 2004 entwickelte er das Konzept des Filmprojektes „Wörterbuch der Sinne“, fünf Kurzfilme, die auf der Berlinale 2005 ihre Premiere feierten. In diesem Jahr gründete Jochen Laube auch die Filmproduktionsfirma pelé film. Der Spielfilm „Blindflug“ und der Dokumentarfilm „Laleh, die Königin der Straße“ zählen zu seinen aktuellsten Projekten. Der von ihm produzierte Film „Urlaub vom Leben“ ist in der Kategorie Bester Spielfilm für den Studio Hamburg Nachwuchspreis nominiert.


Publikumspreis

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Richtung Leben
Filmakademie B-W
Produktion: Anne Hoever, Katharina Jakobs
Laufzeit: 40 Minuten
Format: Super 16mm • Farbe


Inhalt:

Der 39 Jahre alte Harald lebt immer noch bei seiner Mutter. Ein symbiotisches Verhältnis ohne Geheimnisse. Umso überraschter ist die Mutter, als Harald eines Tages Besuch von seiner thailändischen „Brieffreundin“ Somjai erhält.

Regie: Stephan Rick
Drehbuch: Nadine Klante
Kamera: Pascal Rémond
Darsteller: Andreas Winhuis, Beate Abraham, Sutharod Schlegel

Stephan Rick
Stephan Rick, geboren 1974 in Rosenheim, absolvierte an der Bayerischen Akademie für Fernsehen eine Ausbildung mit dem Abschluss Kamerassistent. Von 1996 bis 1998 studierte er an der Ruhr-Universität Bochum Theater-, Film und Fernsehwissenschaft sowie Kunstgeschichte. Nach dem Grundstudium wechselte er an die Filmakademie Baden-Württemberg, wo er das Studium der Regie (Schwerpunkt szenischer Film) aufnahm und 2005 mit dem Diplom abschloss. 2002 verbrachte Stephan Rick als Gaststudent an der Tisch School of the Arts an der New York University. Seit 2005 arbeitet Stephan Rick als freier Regisseur und Drehbuchautor. Sein Kurzfilm „Richtung Leben“, der für den Studio Hamburg Nachwuchspreis nominiert ist, lief bereits auf deutschen und internationalen Festivals, wie dem internationalen Film Festival Kiev, dem internationalen Film Festival of India sowie auf den Hofer Filmtagen.


GÜNTER-STRACK-FERNSEHPREIS

Beste Schauspielerin

Katharina Schüttler
(Vorsicht Schwiegermütter, Sophie)

Begründung der Jury:
Der Günther-Strack-Fernsehpreis 2006 für herausragende schauspielerische Leistungen geht an Katharina Schüttler für die Rolle „Rebecca“ in „Vorsicht Schwiegermutter“ unter der Regie von Zoltan Spirandelli und die Rolle „Sophie“ in dem gleichnamigen Film; Regie Michael Hofmann.

Katharina Schüttler wurde am 20.10.1979 in Köln geboren und interessierte sich schon früh für die darstellende Kunst. Bereits als Kind spielte sie erste Rollen in Film- und Fernsehproduktionen. Ihre Ausbildung erhielt sie Ende der 90er Jahre an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und wirkte gleich weiter in vielen Produktionen mit. So arbeitete sie z.B. mit Regisseuren wie Matti Geschonnek, Christiane Balthasar oder Christoph Stark. Auch auf der Bühne ist Katharina Schüttler zu Hause; am Schauspiel Hannover und der Schaubühne Berlin spielte sie große Rollen unter der Regie von Peter Kastenmüller oder Thomas Ostermeier.

Heute wird Katharina Schüttler für ihre Arbeit in zwei Rollen ausgezeichnet. Rebecca ist eine wunderbar charmante junge Frau, die die Liebe ihres Lebens einfach nur heiraten will. Wäre da nicht die im klassischen Sinne „böse Schwiegermutter“, die das mit allen Mitteln zu verhindern sucht. Es ist herrlich zu sehen, wie aus dem zarten Lämmchen eine wilde Furie wird, die um ihr Glück kämpft.

Ein einziger Kampf ist auch eine Nacht im Leben von Sophie – wenn auch ein ganz anderer. Eine intensive, gewalttätige und fast lebensbedrohliche Suche nach sich selbst treibt Sophie an, und das verkörpert Katharina Schüttler so aufwühlend und provokant, dass es dem Zuschauer fast den Atem raubt.

In beiden Rollen zeigt Katharina Schüttler eine bemerkenswerte Bandbreite in ihrem Können, die die Jury begeistert hat.

Die agenten, 030 28 88 43 30


Bester Schauspieler

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Kostja Ullmann
(Heimliche Liebe)

Begründung der Jury:
Der Günther-Strack-Fernsehpreis 2006 für herausragende schauspielerische Leistungen geht an Kostja Ullmann für die Rolle Joe Reinhardt in dem Fernsehfilm „Heimliche Liebe“ , Regie Franziska Buch.

Kostja Ullmann wurde 1984 geboren und lebt in Hamburg. Schon früh stand er auf Hamburger Theaterbühnen – mit 11 Jahren bereits – und es ließ ihn zum Glück nicht mehr los. Es folgten diverse Auftritte in Fernsehserien wie „Alphateam“, „Zwei Männer am Herd“ oder auch die „Pfefferkörner“. Krimis ließen nicht lange auf sich warten, und so war Kostja Ullmann in vielen bekannten Formaten wie TATORT, Stubbe, Stahlnetz, Der Elefant und SOKO Köln zu sehen.

Aber jetzt zu der Rolle, für die er heute ausgezeichnet wird:

Joe Reinhardt ist ein eher schüchterner junger Mann, der sich im Urlaub zum ersten Mal in eine Frau verliebt. Mit ihr will er sein erstes Mal erleben – das Problem beginnt damit, dass diese Frau doppelt so alt ist wie er. Facettenreich zeigt uns Kostja Ullmann in dieser Rolle die Berg- und Talfahrt einer ersten großen Liebe, die durch äußere Zwänge nicht sein darf. Glaubwürdig, sympathisch und hochemotional spielt Kostja Ullmann diesen Joe Reinhardt, den wir sofort in unser Herz schließen. Wir leiden mit ihm, wir freuen uns mit ihm und lassen uns nur zu gern mitnehmen auf diese anrührende Reise.

Die agenten, 030 28 88 43 30

2004
Preisträger

STUDIO HAMBURG NACHWUCHSPREIS

Bestes Drehbuch

Northern Star
Deutsche Film- und Fernsehochschule Berlin

Buch: Felix Randau
Regie: Felix Randau
Länge: 80 Minuten
Format: Super-16


Inhalt:
Anke ist 18, aggressiv und introvertiert. Als sie erfährt, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit dem Pfarrer hat, will sie nur noch weg. Einen Verbündeten findet sie in Ulf (25). Froh, endlich jemanden gefunden zu haben, fixiert sich Anke vollkommen auf ihn.

Begründung der Jury:
In der bewegenden Familiengeschichte »Northern Star« schlägt sich die 18jährige kratzbürstige Anke durch eine triste Umwelt. Das Konzept dieses Charakters, der sich bis zum Ende treu bleibt und dem man trotz Introvertiertheit einerseits und ungeheurer Aggression andererseits alles Gute wünscht, ist die Leistung des Drehbuchs von Autor (und Regisseur) Felix Randau.

Randau hat sich einen schwierigen und komplexen Stoff vorgenommen und diesen hervorragend in den Griff bekommen. Der Zuschauer kann in die Gefühlswelt der Protagonistin Anke eintauchen. Er versteht deshalb auch ihre auf den ersten Blick unverblümte, radikale und nicht sonderlich sympathische Verhaltensweise, die ihren Höhepunkt in der – innerhalb der Jury übrigens nicht unumstrittenen – Szene findet, in der sie ihren treuen Wegbegleiter, einen Schäferhund, umbringt.
Trotz Hundemord also: »Northern Star« wird mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

Stab:
Kamera: Roman Nowocien
Schnitt:
Ton:
Szenenbild:
Kostümbild:
Besetzung: Julia Hummer, Denis Moschitto, Nic Romm
Produktion: Ralph Schwingel & Stefan Schubert
Gefördert durch die Filmförderung Hamburg.

Felix Randau
DFF Berlin
Geboren 1974 in Emden/Ostfriesland. Studium der Germanistik und Volkskunde an der Universität Bonn von 1993 bis 1995. Währenddessen Hospitanzen am Schauspielhaus Bonn sowie erste eigene Filmprojekte. 1995 nahm er sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) auf.


Beste Regie (1)

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Strähl
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)

Regie:  Manuel Flurin Hendry
Länge: 82 Minuten
Format: DV

 

Inhalt:
Der Züricher Drogenfahnder Herbert Strähl ist ein tablettensüchtiger Choleriker auf Liebesentzug. Bei seiner Arbeit trifft er auf ein junges Junkiepärchen und als er seinen Job verliert, ist er der Gnade der beiden ausgeliefert.

Begründung der Jury:
„Strähl“ ist ein spannender Krimi und zugleich ein mutiger Film, in dessen Mittelpunkt die sperrige Hauptfigur Herbert Strähl steht.
Manuel Hendry gelingt es, durch eine eindrucksvolle Inszenierung dem Film Faszination und ein hohes Identifikationspotenzial zu verleihen, obwohl der Protagonist Strähl – seines Zeichens Drogenfahnder bei der Züricher Polizei – keine per se sympathische Figur ist.

Das nicht gerade als Hauptstadt des Verbrechens bekannte Zürich setzte Hendry in rauen, nüchternen Einstellungen in Szene und stellt die Schweizer Drogenszene so äußerst realistisch dar.
Insgesamt besticht »Strähl« durch die gute Geschichte, der die Regie trotz des düsteren Geschehens viele tragikomische und sogar poetische Momente abgewinnt, eine hervorragende Besetzung und die außerordentlich gelungene Inszenierung.

Stab:
Buch: Michael Sauter & David Keller
Regie: Manuel Hendry
Produktion: Samir & Susann Rüdlinger
Kamera: Filip Zumbrunn
Besetzung: Roeland Wiesnekker, Johanna Bantzer, Nderim Hajrullahu

Manuel Flurin Hendry
Manuel Flurin Hendry wurde 1973 in Zürich geboren. Nach Assistenzen in den Bereichen Theater und Film studierte er ab 1994 Filmregie, zuerst an der National Film and Television School in Beaconsfield, Endland, und an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Neben seiner Arbeit als Regisseur ist er als Cutter für Film- und Fernsehproduktionen in Deutschland und der Schweiz tätig. Er
lebt seit 1995 in Berlin. Seit seinem Abschluss hat Hendry unter anderem zwei Folgen der RTL-Krimiserie „Im Namen des Gesetzes“ gedreht. In Berlin bereitet er einen Vampirfilm vor, in der Schweiz arbeitet er an einem Kino- und einem Fernsehprojekt. Ende des Jahres wird Hendry seinen ersten Werbefilm drehen.

Filmografie:

  • 2004  „Strähl“ (Regie)
  • 1999 „Der Rächer der Entwurzelten“ (Tondesign)
  • 1998 „Letzte Chance für Harry“ (Tondesign)


Beste Regie (2)

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Mitfahrer
Deutsche Film- und Fernsehhochschule Berlin

Regie:  Nicolai Albrecht
Länge: 89 Minuten
Format: Super-16
Genre:  Roadmovie


Inhalt:

Drei Autos. Drei Geschichten. Eine Reise nach Berlin. »Mitfahrer« verknüpft das Schicksal von Menschen, die sich zum ersten Mal und wohl nur einmal in ihrem Leben sehen.

Begründung der Jury:
In Nicolai Albrechts Roadmovie »Mitfahrer« werden berührende »Lebensausschnittsgeschichten« geschickt miteinander verwoben: Auf der A2 zwischen Köln und Berlin, zum großen Teil nur im Inneren verschiedener Pkw, haben wir Teil an den ganz persönlichen Geschichten und Schicksalen. Ein Film aus der Mitte unseres Lebens – mit der Autobahn als Mikrokosmos.
Nicolai Albrecht führt die Schauspieler überzeugend, verleiht ihnen und dem Film trotz der Begrenztheit des Hauptmotivs »Auto« eine hohe Ausdruckskraft, inszeniert fesselnd, phantasievoll und mit sehr gut kalkuliertem Tempo. Ein im wahrsten Sinne des Wortes »schöner«, stilsicherer und unterhaltsamer Film.

Stab:
Buch: Dagmar Gabler, Robert Löhr, Khyana El Bitar
Regie: Nicolai Albrecht
Kamera: The Chau Ngo
Besetzung: Ullrich Matthes, Anna Brüggemann, Michael Ojake
Producer: Michael Alexander

Nicolai Albrecht
DFF Berlin
Geboren 1970 in München. Studium der Musikerziehung, Musikwissenschaft und Philosophie in München und Berlin. Seit 1994 Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Assistenz und Mitarbeit u. a. bei Helma Sanders-Brahms, Peter Lilienthal, Carlo Rola, Jobst Oetzmann und Uwe Eric Laufenberg. Seit 1998 tätig als freier Regisseur, Kameramann und Cutter.

Filmografie:

  • 1995 „Krieg der Lauscher“
  • 1996 „Lieber gestern als heute“
  • 1997 „Mein Herz – Niemandem!“ (Schauspieler)
  • 1998 „Cäcilia“
  • 1998 „Mindestens haltbar bis“
  • 2001 „Respekt“
  • 2003 „Mitfahrer“
  • 2004 „Im Namen des Gesetzes“, „Küstenwache“


Bester Film (1)

Wahrheit oder Pflicht 
Kunsthochschule für Medien, Köln

Produzent: Jan Martin Scharf
Länge: 87 Minuten
Format: DV

Inhalt:
Ein Jahr vor dem Abi passiert die Katastrophe. Annika ist zum zweitenmal sitzen geblieben – sie fliegt aus der Schule. Ihren Eltern kann sie es nicht gestehen und geht jeden Morgen außer Haus. Tag für Tag. Zur Schule, glauben die Eltern. Aber mit jedem Tag, der ins Land zieht, wird es schwerer für Annika zu gestehen.

Begründung der Jury:

„Wahrheit oder Pflicht“ – eine originelle, konsequent aus der Perspektive der jungen Protagonistin geschilderte Coming-of-Age-Story.

Die dramaturgisch äußerst ergiebige Stoff-Idee bietet starke Identifikationsmöglichkeiten. Sie ist Basis für eine Geschichte, in der die Schraube der Absurditäten – verursacht durch eine Lüge – konsequent immer weiter angezogen wird. Die Charaktere sind differenziert und nachvollziehbar, die Dialoge geistreich und realistisch. Ein anrührendes Jugenddrama, perfekt besetzt, für eine breite Zielgruppe – 100%ige Marktfähigkeit, ohne reiner Mainstream zu sein. Hohes Production Value zeichnet diesen Film aus.

Jan Martin Scharf beweist in seiner Abschlussarbeit, dass er ein Multitalent ist: Autor, Regisseur und Producer in einem, unterstützt von einem engagierten und professionellen Team, das er zu motivieren wusste und zu Höchstleistungen anspornen konnte.

Stab:
Buch: Jan Martin Scharf & Arne Nolting
Regie: Jan Martin Scharf
Produktion: Jan Martin Scharf, 2 Pilots
Kamera: Ralf Mendle
Besetzung: Katharina Schüttler, Jochen Nickel, Thomas Feist

Jan Martin Scharf 
(Kunsthochschule für Medien »Audiovisuelle Medien, Köln)
Jan Martin Scharf, geboren 1974, absolvierte von 1994 bis 1998 das Studium Regionalwissenschaften Lateinamerika. 1996 studierte er an der New York Film Academy. 1998 bis 2004 Studium an der KHM Köln. 2001 Stipendium der Drehbuchwerkstatt Niedersachsen für Philipp Parkers »European Script Development Training«. 2004 Diplom an der Kunsthochschule für Medien »Audiovisuelle Medien« im Fachbereich Film- und Fernsehregie und Dramaturgie.


Bester Film (2)

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Meine Eltern
Kunsthochschule für Medien, Köln

Produzent: Caroline Daube
Länge: 18 Minuten
Format: 35mm
Genre: Komödie


Inhalt:

Marie hat ein Problem. Sie hat den Mann ihres Lebens kennen gelernt und der will unbedingt ihre Eltern treffen.

Begründung der Jury:
Die liebenswerte, leichte und kurzweilige Komödie »Meine Eltern« trifft die avisierte Kernzielgruppe der 25 bis 35-jährigen perfekt. Die kreativen Ziele, die sich die Macher des Films gesteckt haben, werden eingelöst und daran hat die Producerin Caroline Daube maßgeblichen Anteil.

Gemeinsam mit der Regisseurin initiierte sie das Projekt, war an der Drehbuchentwicklung, dem Casting und der Auswahl der Crew beteiligt. Caroline Daube konnte eine lange Reihe von Co-Produzenten und Sponsoren vom Projekt überzeugen und sorgte für eine außerordentlich gute Finanzierung des Films.

»Meine Eltern« überzeugt als Bester Kurzfilm durch die runde und amüsante Geschichte, die von hervorragenden Schauspielern dargestellt wird. Der Film wurde unter professionellen Bedingungen produziert, bei der sich die Kreativität aller Beteiligten entfalten konnte und so zu einem überzeugenden Gesamtergebnis geführt hat. Caroline Daube hat als Producerin wirtschaftliches und zielgruppenorientiertes Denken und Handeln mit Kreativität, Engagement und Überzeugungskraft für den Film zu verbinden gewusst.

Stab:
Buch: Maggie Peren Regie: Neele L. Vollmar
Produktion: Caroline Daube
Kamera: Pascal Schmit
Besetzung: Gustav Peter Wöhler, Teresa Harder, Barnaby Metschurat

Caroline Daube
(Filmakademie Baden-Württemberg)
Geboren 1971 in Bochum. 1990 Abitur. 1990 – 1991 Sprach- und Kulturdiplom an der Universidad Complutense de Madrid, 1992 – 1994 Studium der Romanistik und Theaterwissenschaft an der LMU München, 1994 – 1997 Dramaturgiestudium an der Theaterakademie August Everding, München und Nouvelle Sorbonne in Paris. Verschiedene Tätigkeiten bei Bavaria Film, Produktionskoordination und Regieassistenzen bei Theater der Welt, Spielart und Münchener Biennale. Von 1997 –2001 Marketing Manager Kinowelt Filmverleih GmbH.

2000 begann sie ein Studium der Produktion an der Filmakademie Baden-Württemberg. 2003 ARRI Preis für das beste Produktionsmanagement, Masterclass »The Hollywood Perspective« an der UCLA/Los Angeles.


GÜNTER-STRACK-FERNSEHPREIS

Beste Schauspielerin

Nadja Bobyleva

Günter-Strack-Fernsehpreis 2004 für ihre schauspielerische Leistung in drei Rollen als:

1. Nele in „Der Freund meiner Mutter“ Nele ist eine junge Frau, für die eine Welt zusammenbricht: Als sie erfährt, dass ihre geschiedene Mutter ein Verhältnis mit ihrem geliebten Hockeytrainer Klaus hat, fühlt sie sich verraten und von der Welt verlassen, denn auch andere Freunde und ihr Vater sind scheinbar nicht mehr für sie da. Kraftvoll und authentisch durchlebt Nele den Weg dahin zu akzeptieren, dass Klaus der Freund ihrer Mutter ist.

2. Klara Berkhoff in „Raus ins Leben“ Klara Berkhoff ist ein Wunderkind auf der Violine. Alle setzen große Erwartungen in sie – doch kann sie dem Druck standhalten, als sie sich verliebt und darüber in Zweifel gerät, was für sie der richtige Weg ist? Charmant und strahlend in ihren Auftritten, sensibel und anrührend in ihrem Zweifel zieht uns Klara in ihren Bann.

3. Anne Walter im „Tatort – Janus“ Als Anne Walter schließlich überzeugt Nadja Bobyleva in der Rolle einer Schülerin, deren Vertrauen die Kommissarin gewinnt, und die einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung des Falles leistet. Auch hier wieder eine Freude zu sehen, mit welcher Kraft, Intensität und Stärke mit Anne eine moderne junge Frau gezeichnet wird, die sofort gleichermaßen glaubwürdig und sympathisch ist.

Die Schauspielerin
Nadja Bobyleva wurde am 7. Mai 1983 geboren. Bereits im Kindesalter erwachte die Liebe zum Spiel, und sie besuchte von 1990 bis 1992 die Kunst- und Theaterschule Klass-Center in Moskau. Danach erhielt sie Schauspielunterricht bei Bettina Dorn und Natascha Bobyleva und besuchte in Italien Workshops bei Geraldine Baron. Seit 2002 studiert sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Trotz ihrer jungen Jahre war sie bereits in diversen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen.

Begründung der Jury
Nadja Bobyleva überzeugt gleich in drei Rollen als eine Ausnahmeschauspielerin mit größter Präsenz. Sei es kraftvoll und authentisch als Nele in ”Der Freund meiner Mutter”, anrührend und strahlend als Klara in ”Raus in´s Leben” oder intensiv und fordernd als Anne in dem Tatort ”Janus” – Nadja Bobyleva fasziniert in ihrer großen Bandbreite.


Bester Schauspieler

Vinzenz Kiefer

Günter-Strack-Fernsehpreis 2004 für seine schauspielerische Leistung als Michael Hirlinger in „Tatort: Im Visier“ und Benni in „Im Namen des Herrn“.

Vinzenz Kiefer wurde am 29. Januar 1979 in Weilburg an der Lahn geboren. Nach Ende der Schule nahm er Schauspielunterricht bei Manfred Schwabe, Ursula Michaelis, Christoph Hilger und Frank Müller-Sendino und absolvierte 2002 einen Workshop im Lee Strasberg Institute in New York. In den letzten Jahren hat Vinzenz Kiefer viel gedreht und konnte sich in den unterschiedlichsten Reihen- und Serien-Formaten beweisen. 2003/2004 drehte er unter der Regie von Kevin Spacey den Kinofilm „Beyond the Sea”.

Begründung der Jury:
Vinzenz Kiefer spielt den verzweifelten wilden jungen Mann Michael im Tatort ”Im Visier” und zieht in seiner Radikalität den Zuschauer in den Bann. Glaubwürdig nimmt er uns mit in emotionale Höhen und Tiefen. Als Benni in ”Im Namen des Herrn” zeigt Vinzenz Kiefer auch eine sensible Seite, die anrührend und echt wirkt.

2003
Preisträger

STUDIO HAMBURG NACHWUCHSPREIS

Bestes Drehbuch

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Befreite Zone
HFF Konrad Wolf“, Babelsberg

Buch und Regie:  Norbert Baumgarten
Länge:  93 Minuten
Format:  S 16 mm
Genre:


Inhalt:
Blauäugig und zu jedem Risiko bereit durchlieben die Bürger Sässlens ihren Aufschwung Ost und bekommen ihn am Ende auch beinahe zu fassen.
Da sind Micha und Sylvia. Sie haben große Träume vom gemeinsamen Leben – Kinder, wenigstens ein Auto und ein großes Haus. Sie sagen, dass sie sich lieben. Aber Micha betrügt Sylvia mit Kerstin und Sylvia betrügt Micha mit Ade. Der ist schwarz, heißt „Blondie“ und schießt so viele Tore für den Sässlener Fußballverein, dass er die Stadt und seine Menschen über die Grenzen Brandenburgs berühmt macht. Das bringt Sylvias Vater Rolf, der sich gerade in einem beruflichen Tief befindet, dessen Auswirkungen sogar bis ins eheliche Bett zu spüren sind, auf eine super Idee – Fanartikel. Plötzlich geht es für ihn steil aufwärts. Das ist aber für seine Frau Bärbel noch lange kein Grund, ihr heimliches Verhältnis mit dem Schuldirektor zu beenden.

Solche Probleme haben Michas Eltern Otto und Inge nicht. Otto ist der einflussreichste Bauunternehmer der Stadt und Präsident des Fußballvereins. Seine Kompromisslosigkeit, sein Durchsetzungsvermögen und seine kreative Buchführung sind das Fundament für den sportlichen und wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Doch Ottos Kreativität wird eine Sache fürs Gericht und seine Inge, die einzige treue Frau im Ort, heult.

Dann gibt´s noch Sylvias Bruder Benny und seinen Kumpel Timo. Die trinken Bier, rauchen, reden über Mädchen und versuchen auch mal bei einer zu landen. Was nicht gelingt. Dafür stirbt Timo beim Zigarettenkauf und Benny ist verzweifelt. Am Ende wird zwar alles gut – doch Harmonie hat ihren Preis.

Begründung der Jury:
Das Ost-Thema ist nicht neu, aber neu erzählt: Da sind das Pärchen Micha und Sylvia, Freundin Kerstin und Ade, der schwarze Fußballspieler. Sie alle leben im kleinen Ort Sässlen und erleben den Aufschwung Ost auf ganz individuelle Weise. „Befreite Zone“ nennt Autor Norbert Baumgarten seine Satire, mit der er eine Meisterleistung erbringt: Ein nahezu gleichberechtigter Haufen von individuellen Charakteren führt durch seine Geschichte. Die Figuren atmen die unglaubliche Energie des Drehbuchs, und wir glauben ihnen und ihrer Sprache, sie berühren uns in ihren Eifersüchteleien und Unzulänglichkeiten. Spritzig sind ihre Dialoge auf Fußballfeld, Grillparty oder im Bett. Voice over und szenische Rückblicke schaffen einen umfassenden Blick auf einen Mikrokosmos, der nur Staunen lässt. In der Ausarbeitung ist die Milieustudie ein kluger und brillanter Wurf, der nach mehr verlangt.

Stab:
Kamera:  Christine A. Maier
Licht: Team 76 Lighting
Ton:  Tino Degen
Musik:  Jürgen Ehle
Szenenbild:  Juliane Friedrich
Kostüm:  Katrin Berthold
Darsteller: Johanna Klante, Florian Lukas, Annett Renneberg, Michael Ojake, Axel Prahl, Daniela Hoffmann u.a.
Produktion:  RBB / ORB
Producer: Jan Philip Lange

Norbert Baumgarten
(HFF „Konrad Wolf“, Babelsberg)
Norbert Baumgarten legt mit „Befreite Zone“ den Abschlussfilm seines Film- und Fernsehregie-Studiums vor. Seit Herbst 1997 war er an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam eingeschrieben. Der gebürtige Bautzener machte nach dem Abitur zuerst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher, bevor er vor 1992 zum Film ging. Vier Jahre war er dort in verschiedensten Positionen tätig – ob als Fahrer, Aufnahmeleiter, Regieassistent oder Produktionsleiter. In dieser Zeit startete er auch die ersten eigenen Filmprojekte, arbeitete als „Videoartist“ und Bühnenbildner. Baumgarten, Jahrgang 73, hat ein Herz für Kinder. Er betreute Jugendtheaterprojekte und war von 1996 bis 1997 Sozialarbeiter im Verein für Jugend- und Sozialarbeit. Neben dem Kinderfilm „Flachschwimmer“ drehte er 2001 die Kurzfilme „Happy End“, „Sex & Crime“ und im Jahr 2000 „Die Abenteurerin“.

Filmografie (Auswahl)

  • 2000 “Die Abenteurerin“
  • 2001 „Sex & Crime“
  • 2001 „Happy End“
  • 2001 „Flachschwimmer“
  • 2002 “Befreite Zone“


Beste Regie

morgenfrueh

Morgen früh ist die Nacht rum
Filmakademie Baden-Würtemberg

Regie:  Sebastian Grobler
Länge: 50 Minuten
Gedreht auf: S 16 mm

 

Inhalt:
Familiendrama um ein Autohaus in Schwaben: Eigentlich sollte sich für Gerhard gerade alles zum Besten wenden. Der Vater will sich aus dem Autogeschäft zurückziehen und Gerhards Bruder Felix kommt vom Studium aus Berlin zurück, um mit ihm zusammen den Familienbetrieb zu retten. Es wird auch Zeit, denn der Betrieb ist heruntergewirtschaftet und Gerhards Ehe mit Katrin leidet unter der Dominanz der Eltern. Gerhard hat sich alles so richtig schön ausgemalt. Doch als Felix eintrifft, hat er gar nicht die Absicht, die Erwartungen zu erfüllen. Gerhards Lebensplanung gerät aus den Fugen. In kürzester Zeit muss er sich neu orientieren und erkennen, was wirklich wichtig ist.

Stab:
Buch: Tobias Dusche
Produktion: Marcus Gross, Sophie Grobler
Kamera: Lars Liebold
Besetzung: Peter Wolf, Devid Striesow, Hanna Scheibe, Wolfgang Hepp, Birke Bruck
Schnitt: Ann-Sophie Schweizer
Szenenbild: Andreas Lupp, Miram Möller
Kostümbild Irene Hartmann
Musik: Jürgen Kramlowsky
Producer: Marcus Groß, Sophie Grobler

Sebastian Grobler
(Filmakademie Baden-Württemberg)
Gleich nach Abitur und Zivildienst orientierte sich Sebastian Grobler, Jahrgang 68, in Richtung Film. Er besuchte 1989 ein Filmtechnik- und ein Drehbuchseminar, um noch im selben Jahr ein Germanistik-Studium an der Universität Hamburg aufzunehmen – Schwerpunkt Theater und Medien. Praktische Erfahrungen sammelte er durch Regieassistenzen auf der renommierten Hamburger Bühne „Kampnagel“ und durch den Dreh seines ersten Kurzfilms „Wunderwelt“ (1993). 1997 zog es den gebürtigen Hamburger an die Filmakademie Baden-Württemberg. Während des Studiums entstanden „Die Poseidon“(1997), „Bis ans Ende der Nacht“(1998), „fischen“(1999), „beziehungsweise“(2000) und zuletzt der Diplomfilm „Morgen früh ist die Nacht rum“. Bei bekannten Produktionen wie „Der Totmacher“, „Jenseits der Stille“ oder „Der König von St. Pauli“ assistierte er den Regisseuren.

befreitezone_01

Befreite Zone
HFF „Konrad Wolf“, Babelsberg

Buch und Regie:  Norbert Baumgarten
Länge:  93 Minuten
Format:  S 16 mm
Genre:


Inhalt:
Blauäugig und zu jedem Risiko bereit durchlieben die Bürger Sässlens ihren Aufschwung Ost und bekommen ihn am Ende auch beinahe zu fassen.
Da sind Micha und Sylvia. Sie haben große Träume vom gemeinsamen Leben – Kinder, wenigstens ein Auto und ein großes Haus. Sie sagen, dass sie sich lieben. Aber Micha betrügt Sylvia mit Kerstin und Sylvia betrügt Micha mit Ade. Der ist schwarz, heißt „Blondie“ und schießt so viele Tore für den Sässlener Fußballverein, dass er die Stadt und seine Menschen über die Grenzen Brandenburgs berühmt macht. Das bringt Sylvias Vater Rolf, der sich gerade in einem beruflichen Tief befindet, dessen Auswirkungen sogar bis ins eheliche Bett zu spüren sind, auf eine super Idee – Fanartikel. Plötzlich geht es für ihn steil aufwärts. Das ist aber für seine Frau Bärbel noch lange kein Grund, ihr heimliches Verhältnis mit dem Schuldirektor zu beenden.

Solche Probleme haben Michas Eltern Otto und Inge nicht. Otto ist der einflussreichste Bauunternehmer der Stadt und Präsident des Fußballvereins. Seine Kompromisslosigkeit, sein Durchsetzungsvermögen und seine kreative Buchführung sind das Fundament für den sportlichen und wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Doch Ottos Kreativität wird eine Sache fürs Gericht und seine Inge, die einzige treue Frau im Ort, heult.

Dann gibt´s noch Sylvias Bruder Benny und seinen Kumpel Timo. Die trinken Bier, rauchen, reden über Mädchen und versuchen auch mal bei einer zu landen. Was nicht gelingt. Dafür stirbt Timo beim Zigarettenkauf und Benny ist verzweifelt. Am Ende wird zwar alles gut – doch Harmonie hat ihren Preis.

Begründung der Jury:
Der Film hat Erdung; „Befreite Zone“ ist ein stilsicheres Werk, das den Zuschauer visuell packt, ihm aber Raum zum Lachen und Weinen lässt. Wohlbekanntes wird ungewöhnlich dargeboten, souverän werden die hervorragenden Schauspieler geführt, temporeich wird die eigentlich ganz normale menschliche Geschichte von Erfolg, Liebe, Niedergang und wieder Liebe erzählt. Die Gesamtgestaltung dieser Ost-Story trägt eine klare und mutige Handschrift, die für den Zuschauer einen großen Sog entwickelt.

Stab:
Kamera: Christine A. Maier
Licht: Team 76 Lighting
Ton: Tino Degen
Musik: Jürgen Ehle
Szenenbild: Juliane Friedrich
Kostüm: Katrin Berthold
Darsteller: Johanna Klante, Florian Lukas, Annett Renneberg, Michael Ojake, Axel Prahl, Daniela Hoffmann u.a.
Produktion: RBB / ORB
Producer: Jan Philip Lange

Norbert Baumgarten
(HFF „Konrad Wolf“, Babelsberg)
Norbert Baumgarten legt mit „Befreite Zone“ den Abschlussfilm seines Film- und Fernsehregie-Studiums vor. Seit Herbst 1997 war er an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam eingeschrieben. Der gebürtige Bautzener machte nach dem Abitur zuerst eine Ausbildung zum Werkzeugmacher, bevor er vor 1992 zum Film ging. Vier Jahre war er dort in verschiedensten Positionen tätig – ob als Fahrer, Aufnahmeleiter, Regieassistent oder Produktionsleiter. In dieser Zeit startete er auch die ersten eigenen Filmprojekte, arbeitete als „Videoartist“ und Bühnenbildner. Baumgarten, Jahrgang 73, hat ein Herz für Kinder. Er betreute Jugendtheaterprojekte und war von 1996 bis 1997 Sozialarbeiter im Verein für Jugend- und Sozialarbeit. Neben dem Kinderfilm „Flachschwimmer“ drehte er 2001 die Kurzfilme „Happy End“, „Sex & Crime“ und im Jahr 2000 „Die Abenteurerin“.

Filmografie (Auswahl)

  • 2000 “Die Abenteurerin“
  • 2001 „Sex & Crime“
  • 2001 „Happy End“
  • 2001 „Flachschwimmer“
  • 2002 “Befreite Zone“


Bester Film

Argentinien

Zwei Wochen Argentinien
Filmakademie Baden-Württemberg

Produktion:  Sascha Verhey
Länge: 36 Minuten
Gedreht auf: 16 mm

 

Inhalt:
Akkordeonbauer Klaus kämpft um das Sorgerecht für seine Tochter Leni. Um die Verhandlung zu gewinnen, muss er einen festen Job vorweisen. Doch die Akkordeonmanufaktur, in der er arbeitet, steht kurz vor der Pleite. Klaus versucht, sie mit fingierten Aufträgen am Leben zu erhalten. Doch der Betrug fliegt bald auf…

Stab:
Buch:  Holger Haase, Steffen Weinert
Regie:  Holger Haase
Kamera:  Michael Schreitel
Schnitt:  Tennis Eichstädt
Kostümbild: Siegrid Brüninghoff
Szenenbild:  Ilka Adler
Musik:  Jens Hafemann, Carsten Cocker
Darsteller:  Michael Kessler, Detlef Kapplusch, Annabelle Herrmann, Uli Krohm, Soraya Gomaa
Produktion:  SWR, Arte
Gefördert durch das Filmbüro NW

Begründung der Jury:
So ungewöhnlich wie glaubhaft: Akkordeons – Made im Ruhrgebiet. Mit Mitteln, die eigentlich kaum welche sind, entführt der Diplomfilm „Zwei Wochen Argentinien“ seine Zuschauer in eine Akkordeonfabrik zwischen Essen und Gelsenkirchen, platziert inmitten von ausgedienten Zechen und backsteinroten Bergarbeiter-Siedlungen. Hier starten die Instrumentenbauer ihren Feierabend am Biertresen, träumen von einer anderen Zukunft, während die eigene Firma gnadenlos der Pleite entgegensteuert.

Die Gesamtheit des Films – mit einem hervorragenden Casting rund um Hauptdarsteller Michael Kessler als sorgerechtsgeplagter Akkordeonbauer Klaus – ist maßgelblich durch die Produktionsleistung beeinflusst und bestimmt. Die raue Poesie der eindruckstarken Motive, die gestalterische Einheit, das hohe Production Value, die Team- und Sponsorensuche: der Produzent vereint bei diesem Projekt kreative, finanzielle und organisatorische Arbeit. In großer Eigeninitiative und hoher Verantwortlichkeit hat Sascha Verhey in 13 Drehtagen ein 36-minütiges Drama produziert, dass in jeder Hinsicht absolut überzeugt.

Sascha Verhey
(Filmakademie Baden-Württemberg)
Sascha Verhey wurde 1975 in Köln geboren. Nach dem Abitur 1995 machte er in seiner Heimatstadt eine Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien. Direkt im Anschluss wechselte er zur Filmakademie Baden-Württemberg und schloss sein Produktionsstudium im März 2003 mit dem Diplomfilm „Zwei Wochen Argentinien“ ab. Seinen ersten Spielfilm produzierte er jedoch schon neben seiner Ausbildung („Dark“ 1998). Während des Studiums realisierte er die Kurzfilme „Der Ball ist verdammt rund“ (2000), „Et kütt wie et kütt“ (2001) und diverse Werbespots.

Filmografie

  • 2005  „Alles außer Sex“
  • 2004  „Falscher Bekenner“, „Sex & Mehr“
  • 2003  “Für gutes Betrageen”
  • 2002  „Zwei Wochen Argentinien
  • 2001  „Et kütt wie et kütt“
  • 2000  „Der Ball ist verdammt rund“

GÜNTER-STRACK-FERNSEHPREIS

Beste Schauspielerin

Kathrin Kühnel

Günter-Strack-Fernsehpreis 2003 für für eine herausragende schauspielerische Leistung als Mona Thiele in dem Fernsehfilm „DIE NOVIZIN“ (ZDF)

Nach ihrem Abitur zog Kathrin Kühnel, Jahrgang 77, nach Berlin, um sich der Malerei zu widmen. Ein Jahr später entdeckte sie jedoch ihr Schauspieltalent. Mit den Worten “Ich möchte spielen” stellte sie sich 1997 beim LIZ Theater vor und wurde engagiert. Zwei Jahre später stand sie in “Der Landvermesser” das erste Mal vor der Kamera. Nach vier weiteren Kurzfilmen gab sie 2001 mit “be.angeled” ihr Kinodebüt. Im selben Jahr ging Kühnel für fünf Tage in ein Benediktinerkloster, um sich auf ihre Hauptrolle in der ZDF-Produktion. “Die Novizin” vorzubereiten. In diesem Jahr drehte sie “Ein heisser Sommer” und kürzlich an der Seite von Matthias Schweighöfer für das ZDF “Baal”. Wenn sie keine Filme macht, kümmert sich die Schauspielerin um ihr Psychologiestudium, das sie als zweites Standbein betrachtet. Sie macht Turniertanz und schon seit ihrem siebtem Lebensjahr Ballett.

Begründung der Jury:
Kathrin Kühnel schafft es, mit ihrer Darstellung der Mona eine wirklich spannende Figur zu kreieren, hin- und hergerissen zwischen jugendlicher Lebenslust und grübelnder Sinnsuche, zwischen offener Rebellion und demütigem Gehorsam, zwischen der Liebe zu einem Mann und der Liebe zu Gott.


Bester Schauspieler

Denis Moschitto

Günter-Strack-Fernsehpreis 2003 für eine herausragende schauspielerische Leistung als Marcello in dem Fernsehfilm »TATORT – Romeo und Julia« (SWR)

Denis Moschitto wurde 1977 geboren. Sein Schauspieldebüt gab er in dem 1997 gedrehten ZDF-Fernsehfilm »Einfach klasse!«. Bereits ein Jahr später folgte die erste Kinoproduktio: Moschitto gab den Lehrling Inas in »Gloomy Sunday«. Das Jahr 1999 stand wiederum im Zeichen des Fernsehens. »Drei Affen« sollte nur ein Auftakt für später regelmäßige Tatort-Auftritte werden. Vor »Romeo und Julia« spielte er auch in den Episoden »Mördergrube« und »Bestien« mit.

Neben anderen TV-Rollen nahm das Kino einen immer größer werdenden Stellenwert ein. 2000 wirkte Moschitto in »Schule« und »Nichts bereuen« mit. Es folgten Hauptrollen in »Freitagnacht – Das Handy” « unter Leitung Wolfgang Beckers, in »Verschwende deine Jugend« oder in Kurzfilmen wie »Der Ausflug«. Nicht zuletzt ist der Schauspieler auch Autor und Musiker: Zusammen mit Evrim Sen schrieb er das Computerszene-Buch »Hackertales« und brachte eine Kurz-CD (»Busted«) heraus.

Begründung der Jury:
Denis Moschitto spielt Marcello, diesen sympathischen Underdog, mit geradezu verblüffender Intensität. Man glaubt ihm wahrhaftig seine Angst, seine Schuldgefühle, seine Verzweiflung und seine Panik genauso wie seine Zärtlichkeit und seine bedingungslose Liebe zu Julia, um die er mit allen Mitteln kämpft.

Filmografie

  • 2005 „Kebab Connection“: Ibo
  • 2004 „Süperseks“
  • 2003 „Die Klasse ’99“
    „Northern Star“: Hannes
    „Verschwende deine Jugend“
  • 2001 „Nichts bereuen“

Autogrammadresse:
Denis Moschitto
c/o Players Agentur Management GmbH
Sophienstrasse 21
10178 Berlin – Mitte

2002
Preisträger

1. PREIS

Die rote Jacke
Hamburger Filmwerkstatt e.V

Regie: Florian Baxmeyer
Drehbuch: Elke Schuch
Kamera: Marcus Kanter
Producer: Kai Lichtenauer
Länge: 20 Minuten
Format: S 16 mmm
Genre: Kurzfilm

Inhalt:
Durch eine rote Jacke findet ein Flüchtlingsjunge aus Ex-Jugoslawien einen neuen Vater.

Begründung der Jury:
»DIE ROTE JACKE« ist ein pointierter Kurzfilm, der mit wenig Dialog auskommt, da seine Geschichte ihren ausdrucksstarken Bildern trauen kann. In einem poetischen Bogen nimmt uns der Film mit auf die Reise zweier tragischer Figuren, denen wir am Ende nichts anders wünschen als Glück und Erfüllung. Die schlichte Erzählweise des hoch emotionalen politischen Themas, die konsequente Kameraführung, die stimmige Musik und insbesondere die authentische Darstellungsweise des jungen Nikola Jankovic fügen sich zu einem überzeugenden Gesamtwerk.

Stab
Schnitt: –
Ton: –
Musik: –
Szenenbild: –
Kostüm: –
Darsteller: Ulrich Noethen, Catrin Streibeck, Nikola Jankovic
Produktion: –

Preise und Auszeichnungen:

  • Produzentenpreis des Potsdamer Studentenfimfestival „Sehsüchte“
  • Pro Sieben Nachwuchspreis 2002.

Florian Baxmeyer
(Universität Hamburg, Studiengang Film)
ist 1974 geboren, von 1995 -1998 studierte er Soziologie in Köln, von 2000 – 2002 wechselte er zum Studienfach Regie des Weiterführenden Filmstudiums an der Universität Hamburg. Davor arbeitete er als Regieassistent u.a. bei Jürgen Roland, Diethard Küster, Michael Schneider, sowie Christoph Eichhorn, Diethard Küster, Raol W. Heimrich und war Aufnahmeleiteer bei „Alarm für Cobra 11“.

Florian Baxmeyer wird ab Februar 2006 in Südafrika für Studio Hamburg International Production den Kinofilm „The Three Investigators in The Secret of Skeleton Island“ drehen.

Filmografie:

  • 2003/2004 „Das Blut der Templer“
  • 2003 „Mörderische Elite“
  • 2002 “Die rote Jacke”
  • 2001 „Benny
  • 2001 „Centro – Der Verkäufer“
  • 2001 „Joker: Zu Fuss auf der Flucht“
  • 2000 „Pas de Deux“2

Preise:

  • 2002 “Pas de Deux”, Beitrag Next Generation Rolle der Export Union des deutschen Films
  • 2001 „Pas de Deux“


2. PREIS

SANTASMOKESSANTA SMOKES
HFF München

Regie: Christoph Valentien, Till Terror
Länge: 81 Minuten
Format: DV
Genre: X-mas-Romance


Inhalt:
Santa Smokes ist die slice-of-life-story des erfolglosen Exbowlers Jonny Jones, der im weihnachtlichen New York als Weihnachtsmann die Rolle seines Lebens antritt.

Begründung der Jury:
Santa Smokes ist ein moderner Film, der kraftvoll und atmosphärisch dicht einen großen Sog entwickelt. Dem kleinen Team ist es gelungen, mit Mini-DV eine überzeugende Bild-Ästhetik zu erschaffen, die sich konsequent in Schnitt, Musik und Tempo fortführt.
Dabei ordnet sich die innovative Technik der gut erzählten Geschichte stets unter, und wir folgen einer bezaubernd frech-romantischen Liebesgeschichte, die sich auf den Straßen eines wundervoll fotografierten Manhattan zuträgt.

Stab:
Drehbuch:  Christoph Valentien, Till Terror
Kamera:  Christoph Valentien
Schnitt:  Till Terror
Musik:  Roland Baisch Orchestra
Darsteller: Till Terror, Dristy Jean Hulslander, Richard Glover, Melissa Friedman, Rynel Johnson u.a.
Produktion:  Picture Planet, The Haus, NY
Producer: Christoph Valentien, Till Terror, Mary Bishop, Yan Schoenefeld

Chris Valentien
(HFF München)
Sohn des Kunsthändlers Freerk Valentien, was zu prägenden frühkindlichen Begegnungen mit J. Beuys, A. Hrdlicka und Lothar Späth führte. Die Waldorfschule entließ ihn mit Abitur. Besuchte eine Abendfilmschule, während er in der Requisitenabteilung des SDR ferienjobbte, lernte bei Musicbox und Tele5 Kamera  & Licht kennen, ging als AV-Photograph nach San Francisco und wurde fast vom großen Erdbeben erwischt (Beule).

Nach einem Ausflug ins Kunstausstellungs-Geschäft begann er 92 ein Filmstudium an der HFF München, wo mit Till Terror eine fruchtbare Zusammenarbeit ihren Anfang nahm.

Im Anschluss an einen Dokumetarfilm drehte er auf den Kapverdischen Inseln die Neonazie-Farce „Boavista“ (mit Roberto Blanco und Uli Wickert) und wurde kürzlich aufgrund dieses preisgekrönten Kurzfilms vom Grünen Fraktionsvorsitzenden Rezzo Schlauch auf einer Party erkannt erkannt.

Valentien spezialisierte sich im Laufe der Jahre als Kameramann, dreht Werbung und Musikvideos und lebt mit Familie in Berlin.

Till Terror
1971 in Seattle, WA geboren – neben einem indianischen, einem chinesischen und einem jamaikanischen Baby. Laut der Mutter hat das farbenfrohe Geburtserlebnis grossen Einfluss auf den Jungen gehabt, der in Göttingen und upstate New York aufwuchs.

Till arbeitete in Roger Cormans Concorde Pictures Studio in Los Angeles, bevor er seinen Freund und Kollaborateur Chris Valentien auf der Münchener Filmschule kennenlernte.

Er schrieb und inszenierte den preisgekrönten Debutfilm „Strong Shit“ und 3 Kurzfilme. Einer davon, „City Bomber“ erhielt mehrere internationale Auszeichnungen  (Verleih: Hypnotic Films). 1998 erhielt er ein DAAD Stipendium für Schauspiel und zog nach New York, um die Atlantic Theater Company Acting School zu absolvieren. Seitdem lebt und arbeitet er dort als freier Regisseur/Drehbuchautor und experimentiert mit Werbefilmen. „Santa Smokes“ ist sein Debut als Schauspieler.

Till wohnt in einem denkmahlgeschützten Haus in Harlem, in dem einst der legendäre Jazz Komponist Duke Ellington lebte. Nur folgerichtig heißt sein neuer Film „Duke’s  House“. Die jazzige, halbdokumentarische Liebesgeschichte befindet sich gerade in der Post. Es geht u.a. um den Geist geht, der dieses magische Haus durchdringt.


3. PREIS (1)

Paule und Julia
DFFB Berlin, Abschlussfilm 2002

Buch und Regie: Torsten Löhn
Länge: 83 Minuten
Format: 35 mm
Genre: Spielfilm

Inhalt:
Der 15jährige Paule führt ein wildes Leben auf Berlins Straßen. Mit Arnel, 12,  der von der Rückkehr in seine bosnische Heimat träumt, stiehlt er in Kaufhäusern und beraubt Passanten in den teuren Einkaufsmeilen. Alles ändert sich, als Paule die 18jährige Julia beklaut und sich in sie verliebt. Er stellt ihr nach, bringt ihre geklauten Sachen wieder, er gibt vor älter zu sein.

Das wohlbehütete Mädchen ist bald ebenso stark angezogen von Paules rotzigem Charme und seiner aufregenden Welt. Als aber Arnel von der Gang seines Cousins gefoltert und schwer verletzt wird, wird ihr schnell klar, wie fremd und gefährlich diese Welt ist. Auch Paule gerät immer tiefer in den Konflikt zwischen seinem alten Leben und dem Leben, das er sich erträumt. Paule kämpft dagegen an, aber am Ende wird ihn dieser Konflikt in die tödliche Katastrophe führen …

Begründung der Jury:
»Paule und Julia« stimmt in seiner Geschichte zunächst auf einen gut beobachtenden  Jugendfilm ein, um sich dann aber zu einem ergreifenden Drama um Liebe, Sehnsucht und Verrat zu entwickeln. Er verlangt dem Zuschauer schließlich atemlose Anteilnahme ab, wenn es für den kleinen Arnel am Ende um Leben und Tod geht. Hervorzuheben ist die außergewöhnliche Leistung der drei jungen Schauspieler Marlon Kittel, Oona Devi Liebich und Arnel Taci, die mit ihrem Spiel mitten ins Herz treffen.

Stab:
Buch: Torsten Löhn, Christoph Roos
Kamera:  Frank Amann
Schnitt:  Nicola Undritz
Musik:  Lars Löhn
Szenenbild:  Michael Ferwagner
Kostüm:  Peter Pohl
Darsteller: Marlon Kittel, Oona Devi Liebich, Arnel Taci, Karina Fallenstein
Produktion:  Ziegler Film, dffb, BR, MDR


3. PREIS (2)
ALLES ANDERS
Universität Hamburg, Studiengang Film

Regie: Ina Weisse
Drehbuch: Aurel Bantzer
Kamera: Aleksandar Kerkovic
Producerin: Susanne Spellitz
Länge: 18 Minuten
Format: S 16 mmm
Genre: Kurzfilm

Inhalt:
Ein Taxifahrer nimmt eine junge schwangere Frau mit nach Hause. Er ahnt nicht, dass sich sein Leben danach völlig verändert.

Begründung der Jury:
»Alles Anders« ist ein konsequentes in sich geschlossenes Kammerspiel. Eine klassische Kurzfilm-Dramaturgie wird hier überzeugend umgesetzt. Der Erzählstil ist bestechend konzentriert, bei den gut geführten Schauspielern ist keine Geste zuviel, kein Satz überflüssig. Die starke, unerwartete Pointe gibt dem Kurzfilm eine überraschende Wendung; die skurrile Situation endet dabei in glaubhafter Tragik.

Stab
Schnitt:  Anne Marie Bremer, Inken Gudewer
Ton:  Rolf Manzei
Musik:  Ritchie Staringer
Ausstattung:  Hans Zillmann, Janina Lauer
Darsteller: Peter Kurth, Nina Proll, Regina Vorbau, Leonie Peters
Producer: Falk Nagel

Preise und Auszeichnungen:

  • First Steps Award 2002
  • »Pantherpreis« bei den Internationalen Filmhochschulfestival in München

Ina Weisse
Jahrgang 1968, absolvierte nach dem Abitur eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Es folgten ein Studium der Philosophie in Heidelberg und von 2000 – 2002 der „Regie“ des Weiterführenden Filmstudiums an der Universität Hamburg. Als Bühnenschauspielerin war sie an den „Münchner Kammerspielen“, am „Nationaltheater Mannheim“ und am „Hans-Otto-Theater Potsdam“ engagiert.

Arbeiten als Regisseurin:

  • 2002  “Alle anders”, Kurzfilm, Hamburger Filmwerkstatt
  • 2001  „Klara“, Kurzfilm, Hamburger Filmwerkstatt
  • 2000  „Sonntags“, Kurzfilm, Hamburger Filmwerkstatt
  • 1999  “Lünow”, Kurzfilm

Auswahl Film- und Fernsehrollen:

  • 2002  “Der Elephant”
  • 2002  “Die zweite Chance”
  • 2000  “Liebestod”
  • 1997  “Der dreckige Tod”
  • 1997  “Die Falle”
  • 1996  “Trügerische Nähe”
  • 1996  “Vater unter Verdacht”
  • 1995  „Tatort – Heilig Blut“
  • 1995  “Echte Kerle”
  • 1995  “Brüder auf Leben und Tod”

Preise:

  • 2001  „Sonntags“, München, Förderpreis Short Tiger
  • 2001  „Sonntags“, Hamburg, lobende Erwähnung Kurzfilmfestival

GÜNTER-STRACK-FERNSEHPRIS

Beste Schauspielerin

Johanna Klante

Günter-Strack-Fernsehpreis 2002 für die Rolle der Hedy in dem Fernsehfilm Die Sitte – Kaltes Blut (RTL)

Die 1976 in München geborene Schauspielerin stand bereits mit sechs Jahren für das NDR-Kinderfernsehen das erste Mal vor der Kamera. Später besuchte sie ein Gymnasium in Starnberg. 1992 ging Johanna Klante als Austauschschülerin nach Kanada. Zurück in Deutschland gründete sie die freie Theatergruppe »Tragaudion«.

1990 startete Johanna Klante ihre TV-Karriere mit »Der König«. 1994 spielte sie in »Frankie« ihre erste Hauptrolle. Im gleichen Jahr machte sich Klante auch im Kino einen Namen. In Felix Tissis »Schlaraffenland« spielte sie ebenfalls eine Hauptrolle. Nach diversen Film- und Fernsehproduktionen ist Johanna Klante in diesem Jahr auf der Leinwand in dem Film »Befreite Zone« von Norbert Baumgarten zu sehen.

Ihre Vielseitigkeit und Ausdruckskraft stellte sie in zahlreichen Produktionen immer wieder unter Beweis, zuletzt mit ihrer Darstellung der Carolin in dem bemerkenswerten Fernsehfilm „Der Verehrer“ für das ZDF.In der Produktion »Die Sitte – Kaltes Blut« spielt Johanna Klante die einsame und verzweifelte Tochter in einer zerrütteten Ehe. Ein tragischer Konflikt mit ihrer besten Freundin Patricia endet für diese tödlich.

Begründung der Jury:
Johanna Klante spielt mit beeindruckender Präsenz und starken Gefühlen die einsame und verzweifelte Tochter in einer zerrütteten Ehe. Mit ihrer leisen und subtilen Darstellung gibt sie diesem Fernsehfilm eine außerordentliche Intensität.

Die Sitte – Kaltes Blut
Erstausstrahlung am 25. Oktober 2001 um 20.15 Uhr

Buch: Ralf Löhnhardt
Regie: Jorgo Papavassiliou
Kamera: Yvonne Tratz
Produzent: Syzte van der Laan
Produktion: im Auftrag von RTL

Inhalt:
Im Park wird die 14-jährige Patricia ermordet aufgefunden. Staatsanwältin Marion Brandt, Kriminalkommissarin Hannah Koch und Kollege Leonard Winkler vom Sonderdezernat »Die Sitte« ermitteln. Auf der Suche nach dem Mörder blicken sie hinter die sonst verschlossenen Türen der Familie und des Bekanntenkreises, wo sich ihnen menschliche Abgründe auftun.

Ihr erster gemeinsamer Fall ist der vermeintliche Sexualmord an der 14-jährigen Patricia. Die Obduktion ergibt, dass die Stichwunden im Unterleib auf ein sexuell motiviertes Verbrechen hindeuten. Koch und Winkler ermitteln in der Familie und im Freundeskreis des Mädchens. Die Mutter des Opfers, Wilma Kästner, weiß von nichts und fällt aus allen Wolken, als Hedy, die beste Freundin der Toten, berichtet von deren Doppelleben und einem unbekannten Liebhaber. Eine erste Spur führt zu Rüdiger Melzer, der die Mädchen am Vorabend in einer Bar erfolglos angemacht hatte.

Gleichzeitig stoßen Kriminalhauptkommissarin Hannah Koch und Kommissar Leonard »Lenny« Winkler, auf Mark, den Ex-Freund von Patricia. Der smarte Autofan hat für die Tatzeit ein Alibi, behauptet jedoch, dass Hedy den unbekannten Liebhaber von Patricia kannte. Bevor die Ermittler das aufklären können, ist Hedy spurlos verschwunden. Alles deutet auf eine Entführung durch Patricias Mörder hin.

Bester Darsteller

Matthias Schweighöfer

Günter-Strack-Fernsehpreis 2002 für seine Rolle des Jacky in dem Fernsehfilm „TATORT – Gewaltfieber“ (SWR).

Matthias Schweighöfer wurde 1981 in Anklam geboren. Schon als Kind spielte er am Kleist Theater in Frankfurt an der Oder. Später besuchte er das Gymnasium in Chemnitz. Dort wirkte er in einer Theatergruppe mit. Sein Leinwanddebüt feierte der junge Schauspieler 1998 mit der Produktion »Spuk aus der Gruft«. Diverse nationale und internationale Kinoproduktionen folgten.

Auch im Fernsehen machte sich Matthias Schweighöfer einen Namen. Die Episode »Zerstörte Träume« der Krimi-Reihe »Polizeiruf 110« oder »Ein Mann fällt nicht vom Himmel« sind nur zwei seiner zahlreichen Fernsehfilme. Für die Darstellung des Ben in dem Fernsehfilm »Verbotenes Verlangen« bekam Matthias Schweighöfer den Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises 2000.

Begründung der Jury:
Matthias Schweighöfer spielt die Rolle des empfindsamen Schülers Jacky mit beeindruckender Sensibilität und überzeugender Kraft. Durch die bemerkenswerte Intensität seiner Darstellung verleiht er diesem Tatort eine besondere emotionale Dichte.

TATORT – Gewaltfieber

Buch:   Fred Breinersdorfer
Regie:  Martin Eigler
Kamera:  Thomas Makosch
Produktion:  SWR, Erstausstrahlung am 2. Dezember 2001 um 20.15 Uhr

Inhalt:
Eine Tat wie im Gewaltrausch: Im Lehrerzimmer eines Gymnasiums werden die Leichen von drei Lehrern und einem Schüler gefunden, durch ein Dutzend Schüsse getötet. Nicht nur Jacky Bräutigam, der die Toten gefunden hat, auch Lena Odenthal und ihr Team sind von dem Anblick erschüttert. Die Waffen liegen neben dem Schüler, Paul Cordes. Damit scheint offensichtlich, wer der Amokschütze war.

Dieser These widerspricht der Direktor der Schule in seiner Aussage vehement, ebenso Pauls Mutter. Sie weiß nicht viel von seinem Umfeld. Lena erfährt, dass Pauls Freundin Chris genau wie Jacky und Fabian, der Sohn des Direktors, einer geheimnisvollen Clique angehören, die sich der »Verein« nennt. Chris ist schon vor Wochen ausgerissen und nicht auffindbar.
Fabian weiß, dass auch Paul Mitglied des »Vereins« war und kennt ganz andere Seiten an dem Kumpel als die brillante, beeindruckende. Er nutzt ein Video, das Pauls Gewaltbereitschaft beweist, um seinen Vater aus dem Gleichgewicht zu bringen. Und auch die Ermittler sind inzwischen davon überzeugt, dass Paul der Täter ist.

Nur Lena bleibt hartnäckig. Sie will die Motive und Hintergründe wissen und ist überzeugt davon, dass etwas vertuscht werden soll. Zu Koppers Überraschung gibt eine weitere Untersuchung der Spuren ihr Recht: Paul Cordes ist ermordet worden. Auf der Suche nach dem zweiten Täter nimmt Lena den kompletten »Verein« vorläufig fest.

Begründung der Jury:
Matthias Schweighöfer spielt die Rolle des empfindsamen Schülers Jacky mit beeindruckender Sensibilität und überzeugender Kraft. Durch die bemerkenswerte Intensität seiner Darstellung verleiht er diesem Tatort eine besondere emotionale Dichte.

2001
Preisträger

1. PREIS

Berlin is in Germany
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Regie und Drehbuch: Hannes Stöhr
Länge: 93 Minuten
Format: 35 mm
Genre: Spielfilm, BRD 2001

Inhalt:
Nach 11-jähriger Haft in einem Ost-Berliner Gefängnis wird Martin Schulz mit 36 Jahren in ein mittlerweile neues Deutschland entlassen. Als ehemaliger DDR-Bürger aus Ostberlin hat er die Wende im Knast erlebt. Ausgerüstet mit einem blauen DDR-Personalausweis, einem DDR-Führerschein und einer Geldbörse mit DDR-Geld macht er sich auf den Weg in die Freiheit und irrt durch eine fremde Welt, in der er auf Gewinner und Verlierer der Wende trifft. Seine Frau Manuela hat einen neuen Lebenspartner, Wolfgang aus dem Westen. Im Englischheft seines 11-jährigen Sohnes Rokko steht „My name is Rokko Schulz. I´m a boy from Berlin. Berlin is in Germany.“ Die Jobsuche gestaltet sich schwierig. Martin wird unschuldig verhaftet und sitzt wieder in der Zelle. Aber diesmal ist Manuela zur Stelle.

Begründung der Jury:
»Berlin is in Germany« besticht in seiner Authentizität. Ohne Larmoyanz und fern jeden Klischees bewegt sich der Film auf einem Terrain, das eine spannende Dimension der Ost-West-Problematik offenbart. In seiner ästhetischen und dramaturgischen Umsetzung ist der Film ausgereift, intelligent, anrührend und dabei höchst unterhaltsam. Hervorzuheben sind die herausragenden Leistungen des Schauspieler-Ensembles: Die Emotionen der Protagonisten stimmen und treffen mitten ins Herz. Besonders Jörg Schüttauf gelingt ein eindrucksvolles Porträt eines Menschen, der in einer ihm fremden Welt leben muss und will.

Stab:
Kamera: Florian Hoffmeister
Schnitt: Anne Fabini
Ton: Christoph Engelke
Musik: Florian Appl
Kostüm: Katrin Kath
Szenenbild: Anke Bisten, Natalja Meier
Darsteller: Jörg Schüttauf, Julia Jäger, Edita Malovcic, Tom Jahn, Valentin Platareanu, Oscar Martinez, Robert Lohr, Carmen-Maja Antoni, Robin Becker, Dirk Borchardt, Udo Kroschwald Redaktion:  Annedore von Donop (ZDF)
Produzent: Gudrun Ruzicková-Steiner
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, Luna-FilmGmbH / Berlin, Reihe Ostwind (eine gemeinsame Initiative von ORB und ZDF-Das kleine Fernsehspiel)
Kinostart: Oktober 2001
Verleih: Piffl Medien Berlin

Weitere Preise und Aufführungen:

  • 2001 Internationale Filmfestspiele Berlin
  • 2001 Nominierung für den Panorama Publikumspreis FilmKunstFest Schwerin
  • 2001 Publikumspreis Festival Internacional de Cinama Jove, Valencia
  • 2001 Luna de Plata, mention especial Festival Internacional de Cinema Festroia Setubal
  • 2001 Moskau International Film Festival
  • 2001 (Reihe New Europe) Mostra International Film Festival Sao Paulo
  • 2001 International Jerusalem Film Festival
  • 2001 World Film Festival Montréal
  • 2001 Preis der deutschen Filmkritik
  • 2002 Bester Hauptdarsteller (Jörg Schüttauf) New Films from Germany, The Museum of Modern Art, New York,
  • November 2001 Max-Festival Hongkong
  • 2001 Los Angeles International Film Festival
  • Kritikerpreis 2002 des Verbandes der deutschen Kritiker (Sparte Film)
  • Göteborg Filmfestival 2002
  • Festival du Premier Film Annonay 2002
  • 2002 Prix Spécial du Jury Festival Henri Langlois, Poitiers
  • 2002 Prix Spécial du Jury Internationales Filmfest Istanbul
  • 2002 Singapore International Film Festival
  • 2002 Festival des Deutschen Films in Paris, Toulouse und London (Export Union)
  • 2002 Filmpreis Rheinland-Pfalz „Heimat in Europa“
  • 2002 Nominierung New Dehli International Film Festival
  • 2002 German Film Festival in Melbourne and Sydney
  • 2002 Leeds International Film Festival
  • 2002 Goethe-Institut Internationes, Beirut
  • 2002 Erstausstrahlung: 9.3.2003, ZDF und ORB Internationales Tübinger
  • Kurzfilmfestival 2005 „15 Jahre Mauerfall“

Hannes Stöhr
Deutsche Film und Fernsehakademie Berlin
Geboren 1970 im schwäbischen Hechingen-Sickingen. Zivildienst in der Psychiatrie. Studium Europarecht an der Universität Passau. Vordiplom. 1994 Erasmus-Stipendium in Santiago de Compostela. Seit 1995 Studium an der dffb. „Berlin is in Germany“ drehte er zunächst als Kurzfilm, die lange Version ist sein Abschlussfilm.

Filmografie:

  • 1995 „Biete Argentinien, suche Europa“
  • 1996  „Maultaschen“
  • 1997  „Lieber Cuba Libre“
  • 1998  „Gosh, Zirkusporträt“
  • 1999  „Berlin is in Germany“
  • 2001  „Berlin is in Germany“
  • 2003  „Tatort: Odins Rache“
  • 2004  „One day in Europe“

Preise und Auszeichnungen

  • 2005  Nominiert für den Goldenen Bär, Berlin, für „One day in Europe“
  • 2001 Panorama Publikumspreis für „One day in Europe“


2. PREIS

Clowns
Hochschule für Fernsehen und Film München

Regie und Buch: Tim Trageser
Länge: 87 Minuten
Format: Super 16
Genre: Komödie

Inhalt:
Eigentlich ist Nick Schauspieler. An diesem verrückten Tag verdient er sich seine Brötchen aber als Clown und hofft auf bessere Zeiten. Charlie ist eigentlich Mutter von Robin. Im Moment aber sitzt sie in einem Polizeiauto im Stau und soll ins Gefängnis. Verzweifelt sucht sie nach einer Möglichkeit, wie sie ihren kleinen Robin aus dem Kinderheim holen könnte. Joe ist eigentlich ein Verrückter. An diesem Tag verkleidet er sich als Clown, überfällt Banken und hofft auf eine geile Medienpräsenz. Und Robin ist eigentlich noch ein Kind, das seine Mutter braucht. An diesem Tag treffen sie alle aufeinander und lernen sich (selbst) kennen.

Begründung der Jury:
»Clowns« ist eine temporeiche Mischung aus Krimi, Komödie und anrührendem Beziehungsdrama. Aus diesem Genre-Mix entsteht eine besondere Spannung und ein eigenwilliger Charme. Die witzige, skurrile Geschichte ist gut konstruiert und routiniert inszeniert. Die populäre Besetzung des Films (u.a. mit Frank Giering und Anna Thalbach) bis in die kleinste Nebenrolle ist nicht nur eindrucksvoll, sie besticht in ihrer schauspielerischen Qualität. Eine exzellente Kameraführung, stimmige Musik und ein sehr guter Schnitt machen den Film darüber hinaus zu einem überzeugenden Gesamtwerk.

Stab:
Kamera: Eckhard Jansen
Schnitt: Katja Habermehl
Ton: Martin Kilian
Musik: Vorsprung durch Technik
Kostüm: Stephanie Kühne
Ausstattung: Jörg Höhn
Darsteller: Frank Giering, Anna Thalbach, Jochen Nickel, Jan Gregor Kremp
Produktion: SWR/ARTE / Hochschule für Fernsehen und Film München Producer: Carl Bergengruen

Preise und Auszeichnungen:

  • 170 000 Kinobesucher in Deutschland, 2002 Kinostart in E, F, CDN, TR
  • Panorama Publikumspreis Berlinale 2001
  • FIRST STEPS 2001
  • Nominierung Max Ophüls Preis 2001
  • Kritikerpreis 2002 des Verbands der Deutschen Kritiker e.V.
  • New Faces Award – Bester Nachwuchsregisseur 2002
  • Prix Spécial du Jury, International du Premier Film

Tim Trageser
Hochschule für Fernsehen und Film München
wurde 1969 in Frankfurt am Main geboren und machte 1989 Abitur. Nach dem Zivildienst studierte er ab 1991 Publizistik und Theaterwissenschaften in München und machte währenddessen eine Hospitanz beim TV-Sender Tele-5. Von 1992 bis 1994 arbeitete er als freier TV-Reporter in Berlin für diverse TV-Magazine und Nachrichtensendungen. 1994 begann er das Regie- Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München. 1997 wurde er anlässlich der Hofer Filmtage für seinen 15 minütigen Kurzfilm »Die letzte Sekunde« mit dem Eastman-Förderpreis als bester Nachwuchsregisseur ausgezeichnet.

Filmografie:

  • 2005  „Vollpension“, „Emilia – Die zweite Chance“
  • 2004 „Wilde Jungs“
  • 2003/04 „Einer bleibt sitzen“
  • 2003 „Bleib’“
  • 2002 „Blue Eyes Man“
  • 2002 „Harte Brötchen“
  • 2001 „Clowns“
  • 1998 „Clowns?!“
  • 1997 „Die letzte Sekunde“, „Kleiner Stürmer“
  • 1997 „Was nicht passt, wird passend gemacht“
  • 1995 „Ein kurzer beschissener Abend“

Preise:

  • Kurzfilmpreis, Geißendörfer Nachwuchspreis und  Exground-On-Screenpreis für „Ein kurzer beschissener Abend“ (1995)
  • Finalist Student-Oscar L.A. 1997 für „Was nicht passt, wird passend gemacht!“
  • Eastman Förderpreis für „Die letzte Sekunde“
  • Geißendörfer Nachwuchspreis für „Kleiner Stürmer“


3. PREIS (1)

SCHLUSS MIT LUSTIG!
HFF „Konrad Wolf“ Potsdam

Regie: Isabel Kleefeld
Buch: Martin Gypkens
Länge: –
Format: –
Genre: Komödie

Begründung der Jury:
»Schluss mit lustig!« ist eine stimmig komponierte Komödie. Der Film liefert eine erfreulich unspektakuläre und schnörkellose Variante zum ewig jungen Thema Liebe und ihrer Hindernisse. Witzig, schlüssig und sehr flott wird die Geschichte erzählt. Die sympathischen Charaktere führen auf sehr originelle Weise die Hochs und Tiefs der Generation um die 30 vor. Die frische Erzählweise und das überzeugende Darstellerteam erzeugen eine hohe atmosphärische und emotionale Dichte, die den Zuschauer mitreißt.


3. PREIS (2)

Scheinheilige
Die Scheinheiligen
HFF München

Buch und Regie: Thomas Kronthaler
Länge: 75 Min.
Format: 35 mm
Genre: Spielfilm, BRD 2001

Inhalt:
Johannes, ein sympathischer krimineller Holzschnitzer, dringt in das scheinheilige Idyll einer kleinen oberbayrischen Gemeinde ein, um für den dort ansässigen Pfarrer eine wertvolle Marinefigur zu kopieren. Auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf trifft er auf die verwahrloste Bäuerin Magdalena. Die Gemeinde, geplagt von finanziellen Nöten, träumt von einer Grillstation mit eigenem Autobahnzubringer. Hierfür benötigt man den Baugrund von Magdalena. Mit Hilfe von Johannes und dem Asylbewerber Theophile kann sie sich gegen alle Versuche, ihr den Grundbesitz abzujagen, erfolgreich zur Wehr setzen.

Begründung der Jury:
»Die Scheinheiligen« ist ein konsequenter und in sich geschlossener Film, witzig und böse, der mit einem sehr guten Rhythmusgefühl die Auswüchse einer bayerischen Dorfgemeinschaft skizziert. Der Erzählstil ist bestechend konzentriert, er entwickelt eine sehr eigene Komik mit individuellen Figuren und Bildern. Detailgenau werden die skurrilen Charaktere eines Alpendramas vorgeführt, wobei der gesprochene Dialekt zum Witz, aber auch zum Verständnis der Figuren beiträgt. Hervorzuheben ist außerdem die großartige Kameraführung.

Stab:
Kamera: Micki Stoiber
Schnitt: Bernd Schlegel
Tonmischung: Michael Keinath
Ton: Sebastian Riegel, Sebastian Heiland
Musik: Martin Unterberger
Kostüm: Tina Meister
Szenenbild: Marian Wieland
Darsteller: Mario Singer, Johannes Demmel, Wolfgang Fischer, Werner Rom, Sepp Schauer u.a.
Produzent: Ismael Feichtl
Produktion: Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF München) / Bosporus Connection/München

Preise und Auszeichnungen:

  • FIRST STEPS 2001
  • Nominierung Filmfest München
  • Göteborg International Film Festival 2002

Thomas Kronthaler
HFF München
Thomas Kronthaler wurde am 14. Februar 1967 in Erding, Oberbayern geboren. Er machte eine Berufsausbildung zum Werkzeugmacher, absolvierte seine fachgebundene Hochschulreife und unterzog sich anschließend der allgemeinen Wehrpflicht. Nach einem Auslandsaufenthalt in der Türkei 1989 nahm er verschiedene Jobs als Industrieschweißer an und schrieb sich im darauf folgenden Jahr an der Hochschule für Fernsehen und Film in München (Regie und Dramaturgie für Film- und Fernsehspiel) ein. Neben seinem Studium jobbte er als EB-Ton- und Kameramann und als Material- und Kameraassistent bei Filmproduktionen und sammelte Erfahrungen als Autor und Regisseur.

Filmografie:

  • 2003  „Rosenheim-Cops“
  • 2002 „Rosenheim-Cops“
  • 2001 „Die Scheinheiligen“
  • 1996 „Technik im Zeichen der Gesundheit“
  • 1995 „Dienstagnacht“, „Matches“
  • 1993 „Montagmorgen“
  • 1993 „Lips on Ice“
  • 1992 „Der Broz“
  • 1991 „Zeit zum Spielen“

GÜNTER-STRACK-FERNSEHPREIS

Beste Schauspielerin

JULIA HUMMER

Günter-Strack-Fernsehpreis 2001 für ihre Rolle der Tanja im Tatort „Die kleine Zeugin“ (SWR).

Julia Hummer wurde 1980 in Hagen geboren und ist eine der aussichtsreichsten Nachwuchsdarstellerinnen Deutschlands.  Nach der 11. Klasse brach sie die Schule ab und landete zufällig auf der „jetzt“ – Titelseite, wo Sebastian Schipper  sie entdeckte und zum Casting für seine Komödie „Absolute Giganten“ einlud. Seit „Absolute Giganten“ spielte Julia Hummer in dem TV-Krimi „Stahlnetz: Die Zeugin“, bevor sie Sören Voigt in seiner Komödie „Tolle Lage“ (1999) besetzte. Ihren Durchbruch erlebte sie mit Hans-Christian Schmids Komödie „Craxy“ (2000).

Begründung der Jury:
Julia Hummer verkörpert mit beeindruckender Authentizität die Darstellung eines Straßenkids. Mit ihrem exakten Spiel und mit viel menschlicher Wärme gelingt ihr eindrucksvoll die Darstellung eines verschlossenen und desillusionierten Mädchens, deren Wunsch nach Geborgenheit – ohne Pathos und Klischee – glaubhaft erzählt wird.

Filmografie:

  • 2005  „Stadt als Beute“ nach Réné Pollesch von Irene von Alberti, Miriam Behne, Esteher Gronenborn,  „Gespenster“ von Christian Petzold
  • 2003 „Eierdiebe“ von Robert Schwentke
  • 2002 „Heidi“, „99euro-films“
  • 2001 „Heidi M“, Tatort: „Tot bist du“
  • 2000 „Tatort – Die kleine Zeugin“, „Die innere Sicherheit“ von Christian Petzolds

Preise:

  • 2001  Nominierung für den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin für die Rolle der Clara in „Die innere Sicherheit“


Bester Schauspieler

Antonio Wannek

Günter-Strack-Fernsehpreis 2001 für die Rolle des Marco im Fernsehspiel „Herzrasen“ (WDR)

ist 1979 geboren. Bereits im Alter von elf Jahren übernahm der gebürtige Berliner die Hauptrolle in der Jugendserie „Viel Rummel um den Skooter“. 1992 folgte eine Rolle in Wolfgang Beckers viel beachtetem Kinofilm „Kinderspiele“, 1997 die Hauptrolle in der Kinofilmproduktion „Gomez – Kopf oder Zahl“ unter der Regie von Edward Berger. Seitdem spielte der Berliner in zahlreichen TV-Produktionen mit, darunter 1998 in Maria-Theresa Camoglios „Liebe, Lügen und Geheimnisse“, ein Jahr später in Wolfgang Panzers „Tatort“ – Folge „Licht und Schatten“, unter der Regie von Martin Walz in „Ein Nachtclub voller Narren“ (1999) und 2000 in Christiane Balthasars „Mein Leben gehört mir“. „Fürs Kino stand Antonio Wannek 2001 in Sandra Nettelbecks „Bella Marha“ vor der Kamera und spielte in Hardy Martins Romanverfilmung „So weit die Füße tragen“, in Connie Walthers „Pissed and Proud“ (2000), sowie in „Der Felsen“ von Dominik Graf (2001).

Begründung der Jury:
Antonio Wannek spielt einen zornigen jungen Mann, der jeden gesellschaftlichen Halt verloren hat und droht, im kriminellen Sumpf verloren zu gehen. Mit großer Intensität und einer starken physischen Präsenz schafft es Antonio Wannek, die Figur des Marco in ihrer Vielschichtigkeit sensibel und differenziert darzustellen. Dadurch gelingt ihm einfühlsam die Darstellung eines kontroversen Charakters, der Ablehnung und Sympathie auf sich vereint.

Filmografie:

  • 1998  „Fremde Freundin“
  • 2000  „Herzrasen“
  • 2001 Sperling und der stumme Schrei, Wie Feuer und Flamme, Die Westentaschenvenus
  • 2002 99euro-films
  • 2003/04 Pfarrer Braun (in mehreren Episoden)
  • 2005 Das Schwalbennest
  • 2006 Donna Leon – Verschwiegene Kanäle
2000
Preisträger

1. PREIS

Paul_is_deadPaul Is Dead
Deutsche Film und Fernsehakademie Berlin

Buch und Regie: Hendrik Handloegten
Länge: 75 Min.
Format: 35 mm
Genre: Spielfilm


Inhalt:
Sommer in einer westdeutschen Kleinstadt im Jahre1980. Der 13-jährige Tobias verbringt die großen Ferien zu Hause. Die Tage sind lang für den bedingungslosen Beatles Fan, der von einer eigenen Band träumt. Dann taucht plötzlich ein mysteriöser Engländer in einem rechts gesteuerten Käfer auf – dem Käfer des Abbey Road Covers! Vom Besitzer des örtlichen Plattenladens erfährt Tobias eine merkwürdige Geschichte: Paul McCartney sei 1966 unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen und von einem Double ersetzt worden. Plötzlich passen die Bruchstücke zusammen. Immer tiefer steigert sich Tobias in die Theorie hinein, der Fahrer des Wagens sei der leibhaftige Mörder von Paul Mc Cartney – und er scheint Recht zu behalten.

Begründung der Jury:
»Paul Is Dead« bietet alles, was einen guten Unterhaltungsfilm ausmacht: lebendige Figuren, eine witzige, originelle, geschickt gebaute, spannende Geschichte und viel Humor. Hervorzuheben ist neben der prägnanten und stilisierten Bildsprache die herausragende Leistung des jungen Hauptdarstellers, der seine Rolle sehr glaubwürdig, direkt und mit sehr viel Charme spielt. In seiner ästhetischen und dramaturgischen Umsetzung ist der Film ausgereift, intelligent und höchst unterhaltsam – ein kleines Meisterwerk!

Stab:
Kamera: Florian Hoffmeister
Schnitt: Monika Smith
Ton: Christoph Engelke
Musik: Bertram Denzel
Ausstattung: Yesim Zolan
Darsteller: Tobias Sebastian Schmidtke, Helmut Martin, Reinhold Till, Vasko Scholz, Tessa Myriam Abeillon, sowie Gastauftritte namhafter TV-Stars…
Produktion: X-Film creative creative pool GmbH im Auftrag des ZDF – das Kleine Fernsehspiel, Annedore von Donop
Producer: Stefan Arndt, Maria Köpf

Preise und Auszeichnungen:

  • Studio Hamburg Nachwuchspreis
  • Preis des saarländischen Ministerpräsidenten beim Max-Ophüls-Festival 2000
  • Prix CIJEF , Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival Frankfurt
  • Förderpreis bester Absolventenfilm 2000
  • Adolf-Grimme-Preis 2001
  • Einladung zum Slamdance Festival 2001

Hendrik Handloegten
wurde 1968 geboren. 1989-1993 arbeitete er als Betreiber des Eiszeit Kinos, Berlin. Ab 1993 Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), das er mit seinem mehrfach ausgezeichneten Film PAUL IS DEAD abschloss. Neben dem Studio Hamburg Nachwuchspreis gewann er den Preis des saarländischen Ministerpräsidenten beim Max-Ophüls-Festival 2000, den Prix CIJEF beim Internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival Frankfurt, den Förderpreis bester Absolventenfilm 2000 sowie den Adolf-Grimme-Preis 2001. Überdies wurde der Film zum renommierten Slamdance Festival 2001 geladen.

Gemeinsam mit Achim von Borries arbeitete Handloegten am Drehbuch von Wolfgang Beckers GOOD BYE, LENIN! mit und verfasste zusammen mit von Borries das Drehbuch zu DIE LIEBE IN GEDANKEN, das von Borries für X Filme Creative Pool mit Daniel Brühl und August Diehl in den Hauptrollen verfilmt hat.

Für LIEGEN LERNEN wurde Hendrik Handloegten auf dem Filmfest München bereits mit dem Förderpreis Deutscher Film 2003 in der Kategorie „Drehbuch“ ausgezeichnet „Hendrik Handloegten hat für „Liegen lernen“ eine erfolgreiche Romanvorlage mit großem Geschick in ein Kino-Drehbuch verwandelt. Sein liebevolles, detailgenaues Bild der achtziger Jahre wird in einer ebenso komischen wie anrührenden Geschichte erzählt“, so die Jury.

Filmografie als Regisseur und Drehbuchautor

  • 2000 »Paul Is Dead«
  • 1998 »Marge Meets Mike« (Kurzfilm)
  • 1996  »Drei Jungs« (Kurzfilm)
  • 1995 »The Others« (Kurzfilm)
  • 1994 »Sag den Frauen wir gehen« (Kurzfilm)
  • 1994 »Buenes Tardes Amigo« (Kurzfilm), »Ich will zu dir gemein sein« (Kurzfilm), »Elvis und Günter« (Kurzfilm)
  • 1993 »My Favourite September« (Kurzfilm)Drehbücher
  • 1999 Good Bye, Lenin« (Mitarbeit)
  • 2000 Paul Is Dead«
  • 2001 »Liegen lernen«, Kinofilmproduktion
  • 2002 »Liebe in Gedanken«, (mit Achim von Borries)


2. PREIS

Vergiss_AmerikaVergiss Amerika
Hochschule für Fernsehen und Film in München

Regie: Vanessa Jopp
Länge: 90 Min.
Format: 35 mm
Genre: Liebesdrama


Inhalt:

Einen Freund wie Benno zu haben – das ist das Beste, was dir passieren kann. Besonders wenn du jung bist und in Aschleben wohnst, einem Gott verlassenen Kaff nahe der polnischen Grenze. Benno steckt voller verrückter Ideen. Eines Tages taucht Anna aus Halle auf. Natürlich ist es Benno, der sofort ihr Herz erobert, während David sich fragt, wann sein Leben wohl endlich beginnen wird.

Einige Jahre später, in denen jeder eigene Wege gegangen ist, treffen sie wieder in Aschleben zusammen und die große Welt scheint so unerreichbar wir eh und je. Benno hält sich als Kleinkrimineller über Wasser. David träumt davon, Fotograf zu werden, während er im Supermarkt jobbt. Anna kehrt nach dem Schauspielabschluss erstmal zurück, um mit Benno zu leben. Doch dann verbringen David und sie eine leidenschaftliche Liebesnacht miteinander.

Begründung der Jury:
»Vergiss Amerika« zeichnet sich durch eine anrührende, überzeugende, unterhaltsame und durchweg stimmige Geschichte aus. Das alte Thema von großen Träumen und zerplatzten Illusionen wird mit viel Wärme und Humor erzählt, dabei stehen die filmischen Erzählmittel immer im Dienst der Geschichte. Durch eine gute Schauspielführung und die beachtliche Leistung der drei Hauptdarsteller ist ein bemerkenswerter Film von hoher emotionaler und atmosphärischer Dichte entstanden.

Stab:
Drehbuch: Maggie Peren
Kamera: Judith Kaufmann
Szenenbild: Silke Buhr
Darsteller: Marek Harloff, Roman Knizka, Franziska Petri, Andreas Schmidt-Schaller, Rita Feldmeier, Gerd Lohmeyer, Ursula Doll
Producer: Herbert und Alena Rimbach
Produktion: Avista Film, Brainpool, Kinowelt in Zusammenarbeit mit dem WDR
Verleih: Filmverlag der Autoren im Arthaus Filmverleih
Kinostart: 10/2000
Gefördert durch: FilmFernsehFonds Bayern, Mitteldeutsche Medienförderung Leipzig, Kuratorium junger deutscher Film, FilmFörderungsanstalt Berlin (Referenzmittel)

Preise und Auszeichnungen:

  • 2000 Nominiert zur Newcomerin des Jahres, Europäisches Filmfest
  • First Steps Nachwuchspreis, Gewinnerfilm
  • Nominiert für den Goldenen Filmpreis
  • 2001 Bayrischer Filmpreis (Publikumspreis)
  • CNC Gewinnerin, Paris

Vanessa Jopp
(Hochschule für Fernsehen und Film in München)
Vanessa Jopp, geboren am 28. Februar 1971 in Leonberg, begann zunächst ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, bevor sie 1993 an die Hochschule für Fernsehen und Film in München ging, die sie 1999 mit dem Diplom für Film und Fernsehspiel abschloss. Sie inszenierte einige Kurzfilme sowie Musikvideos und war Mitarbeiterin der Comedy-Sendung „Wochenshow“. Nach dem Gemeinschaftsprojekt „Honolulu“ (1999), bei dem sie sich die Regie mit fünf Kommilitonen teilte, erregte sie Aufsehen mit der jugendlichen Dreiecksgeschichte „Vergiss Amerika“ (2000), der mehrfach ausgezeichnet wurde. Auch „Engel und Joe“ (2001) erhielt mehrere Preise. Für Radio Bremen drehte sie 2003 den Tatort „Der schwarze Troll“.

Filmografie (als Regisseurin und Autorin):

  • 2005 „Komm näher“
  • 2003  „Tatort: Der schwarze Troll“
  • 2001  „Blackeyed“
  • 2000/2001 „Engel & Joe“
  • 1999/2000 „Honolulu“, Musikvideo
  • 1999/2000 „Vergiss Amerika“
  • 1999  „Rund to Me“
  • 1997  „This Is A True Story About A Puker On The Roof“

3. PREIS
3 Tage 44
Studiengang Filmregie der Universität Hamburg

Regie: Oliver Dommenget
Länge: 22 Min.
Format: Super 16 und 35 mm
Genre: Kurzfilm 2000
FSK: ab 12 Jahren

Inhalt:
Der junge Soldat Albert lehnt den Krieg ab. Er will nicht mehr mitmachen und desertiert. Auf dem elterlichen Hof in Ostpreußen will er das Ende des Zweiten Weltkriegs abzuwarten. Aber er hat die Rechnung ohne seinen `pflichtbewussten` Vater gemacht. Diesem ist ein toter Sohn lieber ist als ein `Fahnenflüchtiger. Albert versteckt sich in einer Scheune, wo er auf einen verletzten sowjetischen Soldaten trifft. Die Not lässt sie zu Verbündeten werden, aber die Katastrophe ist nicht aufzuhalten….

Begründung der Jury:
»3 Tage 44« erzählt eine packende Geschichte von Vertrauen und Verrat während des Zweiten Weltkrieges. Trotz Einbindung in diesen geschichtlichen Rahmen ist das Thema zeitlos erzählt. Bemerkenswert ist die Leistung des jungen Regisseurs, einen historischen Stoff so stimmig umzusetzen. Nicht zuletzt durch die sehr guten und hervorragend geführten Schauspieler ist ein eindringlicher und hochemotionaler Film entstanden.

Stab:
Drehbuch: Andreas Schmeller
Kamera: Georgij Pestov
Schnitt: Sylvia Genzmer
Ton: Corinna Zink, shide Makkynejad
Musik: Hocky Neubert/Zomba Musik
Ausstattung: iris Trescher
Darsteller Matthias Schweighöfer, Elzbieta Komorowska, Dieter Montag, Andrei Filippak, Tosten Hammann, Josef Heynert, Lars-Kilian Falk, Oliver Hermann
Produktion: Hamburger Filmwerkstatt
Producerin: Kathrin Lemme

Weitere Preise und Auszeichnungen:

  • First Gerling Producer Price
  • 2001 Nominiert für den Deutschen Kamerapreis

Oliver Dommenget
Oliver Dommenget wurde 1966 in Berlin geboren. Nach einem Praktikum bei Studio Hamburg und in der Kamerawerkstatt Theo Rose, arbeitete er als Kameraassistent für diverse Film- und Fernsehproduktionen. Seit 1991 ist er frei schaffender Kameramann und Regisseur für zahlreiche Musikvideos und Werbefilme. 1997 begann er Drehbücher zu schreiben und eigene Kurzfilme zu realisieren. Von 1998 – 2000 studierte Dommenget Filmregie an der Universität Hamburg

Arbeiten von Oliver Dommenget als Regisseur:

  • 2002 »Hilfe, ich bin ein Junge!«
  • 2001/02  »Drei mit Herz«, Familienserie ARD, Studio Hbg. Produktion
  • 2001  »Hilfe, ich bin ein Junge!«, Kinofilm, Studio Hamburg Produktion
  • 2000  »Wilder Hafen Ehe«
  • 2000  »3 Tage«, Studio Hamburg Nachwuchspreis
  • 1999 »Martas Töchter«
  • 1999 »Verrat«, Gewinner des Deutschen Filmschulpreises in Bronze
  • 1998  »Zugroulette«
  • 1997  »November«

GÜNTER-STRACK-FERNSEHPREIS

Beste Schauspielerin

Jasmin Schwiers

Günter-Strack-Fernsehpreis 2000 für ihre Rolle als Lea in „Heimliche Küsse – Verliebt in ein Sexsymbol“

Jasmin Schwiers wurde am 11. August 1982 in Eupen/Belgien geboren. Bereits früh konnte die junge Schauspielerin ihr Talent unter Beweis stellen u.a. in dem Kinofilm „Alles Bob“ und in der ARD-Fernsehserie „Tanja“.

Begründung der Jury:
„Jasmin Schwiers spielt die Rolle der behinderten und an den Rollstuhl gefesselten Lisa leise, zurückhaltend und zart fühlend. Durch ihre natürliche Darstellung in Mimik und Gestik strahlt sei eine tiefe Traurigkeit und zugleich auch eine Gelassenheit und Reife aus.

Filmografie:

  • 2005 „Polizeiruf 110 – Die Mutter von Monte Carlo“ – Andrea, „Das Leben der Philosophen“ – Charlotte,  „Bis in die Spitzen“ – Rosa, „NVA“ – Marie Kalt
  • 2004 „Kommisarin Lucas – Vergangene Sünden“ – Susanne Schenker, „Die Konferenz“ – Tizzia, „Endlich Sex!“ – Saskia
  • 2003 „Mein erster Freund, Mutter und ich“ – Nicole, „Gefährliche Gefühle“ – Katharina, „Stubbe – Von Fall zu Fall: Auf Liebe und Tod“ – Kater
  • 2002 „Tatoo“ – Marie Minks, „Tatort: Romeo und Julia“ – Julia
  • 2001  „Tatort: Bestien“ – Sarah Köster, „Leo und Claire“ – Lilo Katzenberger
  • 2000 „Schule“ – Sandra, “Heimliche Küsse – Verliebt in ein Sex-Symbol” – Lisa
  • 1999 „Ritas Welt“ – Sandra Kruse, „Alles Bob“ – Lea, „Tatort – Kinder der Gewalt“ – Nadine


Bester Schauspieler

Matthias Koeberlin

Günter-Strack-Fernsehpreis 2000 für seine Rolle als Ben in Ben und Maria – Liebe auf den zweiten Blick.

Matthias Koeberlin wurde 1974 in Mainz geboren. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam arbeitete er am Hans-Otto-Theater Potsdam, in der Baracke am Deutschen Theater Berlin und dem Maxim-Gorki-Theater Berlin. Vor der Kamera stand Matthias Koeberlin erstmals 1997 im Tatort „Fürstenschüler“. Weitere Film- und Fernsheproduktionen des 26-Jährigen waren u.a „Kleine Wölfe“, „Eine Jugendsünde“ und „Das Findelkind“.

Begründung der Jury:
„Matthias Koeberlin spielt die Rolle des dynamischen Jungunternehmers Ben mit großer Intensität und herausragender Kraft. Er überzeugt vor allem durch seine enorme Wandlungsfähigkeit: Die Entwicklung vom aggressiven, unangepassten jungen Mann zum liebevollen, sensiblen Menschen gelingt ihm auf beeindruckende Weise.“

Filmografie als Darsteller :

  • 2006 „Tornado“ – Jan Berger
  • 2005 „Deutschmänner“ – Kalle „Starkes Team – Ihr letzter Kunde“ Kai Wiesholler „Der Grenzer und das Mädchen“ – Walter Rathke „Vier Frauen und ein Todesfall“
  • 2004 „Experiment Bootcamp“ – Alex
  • 2003 „Schwer verknallt“ – Stefan
  • 2002 „Das Jesus Video“ – Steffen „Die Rückkehr“ – Chris „Tatort: Schatten“ – Gerard Wulf „Ein kurzer Film über das Hüpfen“ „Amen“
  • 2001 „Julietta“ – Jiri „Die Zwei Leben meines Vaters“ – Ben „Babykram ist Männersache“ – Arne „Kuscheldoktor“ – Policeman „Liebesau – die andere Heimat“ – Karli
  • 2000 Tatort: Quartett in Leipzig“ – Ricardo Kleist „Polizeiruf 110: Verzeih mir“ – Bastian „Ben & Maria – Liebe auf den zweiten Blick“ – Ben Raabe
  • 1999 „Polizeiruf 110: Mordsfreunde“ – Bobert Boldt „Schimanski – Rattennest“ – Uwe Herstein „Die Schule Am See: Die Schlacht der Prinzen“ – Gastauftritt als Magga
  • 1998 „In aller Freundschaft“ – Sebastian
1999
Preisträger

1. PREIS

Drei Chinesen mit dem Kontrabass
Deutsche Film und Fernsehakademie Berlin

Regie: Klaus Krämer
Länge: 89 Minuten
Format: 35 mm
Genre: Komödie

Inhalt:
Paul, angehender Architekt, hat endlich den großen Auftrag an Land gezogen. Er will feiern, aber seine Freundin Gabi hat etwas dagegen. Die Diskussion endet mit einem Streit. Paul geht mit Freunden auf eine Party. Gabi empfängt währenddessen ihren Liebhaber und Chef in Pauls Wohnung.
Am nächsten Morgen findet er Gabis Leiche und glaubt, sie im Alkoholrausch getötet zu haben. Sein Freund Max und er sind sich einig: Die Leiche muss weg.

Begründung der Jury:
»Drei Chinesen mit dem Kontrabass« unterhält blendend mit pfiffigem schwarzen Humor und ist reich an liebevoll und intelligent gezeichneten Charakteren. Die Geschichte spitzt sich in hinreißend witzigen Situationen zu. Bestechend ist der sorgsame und gelungene Erzählstil, der eine eigene Komik, seine eigenen Figuren und Bilder findet. Eine Geschichte von hoher Qualität, deren Art der Umsetzung konsequent entwickelt ist.

Stab:
Drehbuch: Klaus Krämer, Kaspar von Erffa
Kamera: Ralph Netzer
Schnitt: Benjamin Hembus
Ton: Florian Niederleitinger
Musik: Torsten Sense
Darsteller: Boris Aljonivic, Jürgen Tarrach, Claudia Michelsen, Ilja Richter, Edgar Selge u.a.
Produktion: DFFB, Neue Deutsche Filmgesellschaft
Producer: Hermann Florin

Klaus Krämer
(Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin)
wurde 1964 in Gosheim auf der Schwäbischen Alb geboren. Nach einer Ausbildung als Technischer Zeichner arbeitete er als Bühnenbeleuchter an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und machte ein Praktikum als Regieassistent am Theater, bevor er sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin begann. Klaus Krämer führte bereits für viele Kurzfilme Regie, bei mehreren stand er an der Kamera.

Filmografie:

  • 2004 „Polizeiruf 110: Die Maß ist voll“
  • 2003 „Polizeiruf 110: Pech und Schwefel“, (Buch und Regie)
  • 2001 „Bloß kein Baby”, Reihe ZDF, „Fernweh” Kinderfilmreihe ZDF
  • 2000 Arbeiten an Drehbüchern
  • 1999 „Drei Chinesen mit dem Kontrabaß”
  • 1996  „Unter den Ringen”, „Als wärs der letzte Tag”
  • 1995 „The Big Circus, Five Europeans in New York”
  • 1994:  „Lonley Nights” (Kamera), „Freifahrt” (Kamera), „ Kurts Reise” (Kamera),  „Das fünfte Gebot” (Kamera)
  • 1993 „Die Berufung“ (Regie, Drehbuch, Schnitt)
  • 1992  „Kenn ich schon (Regie, Drehbuch, Schnitt), „Der Bosnienteller”,  (Regie, Drehbuch, Schnitt), „Außer Kontrolle” (Kamera).


2. PREIS

Barracuda Dancing
Filmakademie Baden-Würtemberg

Regie: Stefan Krohmer
Länge: 45 Minuten
Format: 35 mm
Genre: Drama

Inhalt:
Da sie ihr eigenes Leben gut im Griff hat, findet die 43jährige Maren viel Zeit, ihrem Lebensgefährten Jürgen und besonders dessen Tochter Saskia bei der Lösung diverser Konflikte zur Seite zu stehen. Das ändert sich, als sich Maren in Saskias griechischen Freund Angelos verliebt und sich alle Beteiligten von einer neuen Seite zeigen.

Begründung der Jury:
Dieser Film fällt vor allem durch seine anrührend und gefühlvoll erzählte Geschichte sehr positiv auf. Die Dramaturgie ist stringent und schlüssig, ein interessantes Thema wird sehr glaubwürdig präsentiert. Die Macher von „Barracuda Dancing“ schaffen es mit ihrer Art der Erzählweise, eine hohe atmosphärische Dichte zu erzeugen. Lobenswert ist außerdem die gute Schauspielführung und Darstellerleistung.

Stab:
Drehbuch: Daniel Nocke
Kamera: Gunnar Fuss
Schnitt: Stephan Krumbiegel
Ton: Ingo Pusswald
Ausstattung: Jenny Thoma
Kostüme: Stefanie Eberhardt
Maske/Frisuren: Marco Bellinger
Darsteller: Irene Kugler, Adam Bousdoukos, Edgar Selge, Anneke Sarnau u.a. Produktion: Filmakademie Baden-Würtemberg
Producerin: Ilka Förster
Produktionsleitung: Volker Stappenbeck

Preise und Auszeichnungen:

  • Filmfest München, Pro-Sieben-Preis

Stefan Krohmer
(Filmakademie Baden-Württemberg)
Stefan Krohmer wurde 1971 in Balingen geboren. 1992 begann er in Erlangen mit dem Studium der Theaterwissenschaften, 1994 wechselte er an die Filmakademie Baden-Württemberg und führte bei mehreren Kurzfilmen Regie. „Barracuda Dancing“ ist sein erster Spielfilm.

Arbeiten von Stefan Krohmer als Regisseur:

  • 2005 „Tein toter Bruder“, Fernsehfilm
  • 2004 „Scheidungsopfer Mann“
  • 2003 „Sie haben Knut“
  • 2002 „Sie haben Knut”, Kinofilm
  • 2001 „Die Erpressung – Ein teuflischer Pakt”, Fernsehfilm
  • 2000 „Ende der Saison”, Fernsehfilm
  • 1999 „Barracuda Dancing”, Spiel-/Fernsehfilm
  • 1998 „Macht man eigentlich anderes“

Arbeiten als Schauspieler:

  • 2000 „Lost Killers“


3. PREIS

Quiero ser
HFF München

Regie und Buch: Florian Gallenberger
Länge: 34 Minuten
Format: 35 mm
Genre: Drama

Inhalt:
Quiero ser erzählt die Geschichte zweier Brüder, die sich als Straßenkinder in Mexiko City durchs Leben schlagen und von einer besseren Zukunft träumen.

Begründung der Jury:
„Quiero ser“ ist eine echte, bewegende Tragödie der Armut, eine ungewöhnlich einfühlsame Studie über Vertrauen und Verrat, eindringlich erzählt und voller großer Emotionen. Die Geschichte ist mit packender Konsequenz sehr nah an und mit zwei Kindern entwickelt. Es gibt keine falschen Töne, dafür eine bemerkenswerte Intensität und Dichte. Die hervorragende schauspielerische Leistung der Kinder und die großartige Kameraführung entlassen den Zuschauer betroffen vom Thema und begeistert von der Ausführung dieses Films.

Stab:
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: Hans-Jörg Weißbrich
Origianlmusik: Gerd Wilden Jr.
Darsteller: Emilio Perez, Fernando Pena Chevos, Memo Gil u.a.
Produktion: Christian Becker, Michael Morales
Producer: Florian Gallenberger

Preise und Auszeichnungen:

  • Prädikat „besonders wertvoll“, Filmförderpreis der Stadt München
  • 2001 Oscar für den besten Kurzfilm
  • Publikumspreis und Horizon Preis, Espen Kurzfilmfest
  • Jury-Preis (Erwachsenen Jury), Internationales Kinderfilmfest, Chicago
  • 2000 Lobende Erwähnung, Internationales Filmfest, Valencia
  • First Step Nachwuchspreis
  • Silver Griphon, Griffoni Filmfestival
  • Studenten-Oscar  für den besten ausländischen Film

Florian Gallenberger
(Hochschule für Fernsehen und Film, München)
Florian Gallenberger wurde 1972 in München geboren. In zahlreichen Rollen als Kinder- und Jugenddarsteller (Derrick, Der Alte, Polizeiinspektion 1 u.a.) sammelte er früh Erfahrungen am Set. Nachdem er ein Jahr Philosophie, Psychologie und Russische Sprache studiert hatte, schrieb er sich 1992 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München ein. Florian Gallenberger hat bei mehreren Kurzfilmen und einem Werbespot Regie geführt. Für drei seiner Kurzfilme hat er das Prädikat „Besonders Wertvoll“ erhalten, darunter „Quiero Ser“, der außerdem mit dem Filmförderpreis der Stadt München ausgezeichnet wurde.

Filmografie als Regisseur und Drehbuchautor:

  • 2004  „Schatten der Zeit“
  • 2001 „Honolulu“
  • 2000 “Romeo & Julia”, “Quiero Ser”
  • 1997 “Hure”
  • 1997 “Tango Berlin”

Preise und Auszeichnungen:

  • 2001 Oscar Gewinner in der Kategorie Bester Kurzfilm/Live Acion
  • 2000 „Honolulu“
  • 2002 Vorsitzender der Jury für den PLANET & Stern Dokumentarfilmpreis auf der Berlinale


SONDERPREIS DER JURY

Kleingeld
HFF „Konrad Wolf“, Bablsberg

Buch und Regie: Marc-Andreas Bochert
Länge: 15 Minuten
Format: 35mm
Genre: Kurzfilm

Inhalt:
Ein Geschäftsmann macht es sich zur Gewohnheit, einem Obdachlosen täglich eine Mark zu geben. Daraufhin wäscht der Obdachlose sein Auto, und die Dinge werden kompliziert.

Beurteilung der Jury:
„Kleingeld“ ist eine bewegende Parabel, die eindrucksvoll und einfühlsam über ihre Bilder erzählt wird. Eine eindringliche Erzählung mit psychologischem Unterbau in hervorragender Inszenierung und Kameraführung. Der Film ergreift durch die klare ästhetische Bildsprache und Montage.

Stab:
Kamera: Eva Fleig
Schnitt: Antonia Bergmiller
Szenenbild: Thomas Stammer
Bühnenbild: Birgit Gadin
Kostümbild: Kerstin Borchardt
Make/Frisuren: Tamara Böhm
Originalmusik: Michael Schenk
Ton: Dietrich Körner
Darsteller: Frank Lienert-Mondanelli, Rolf Fahrenkrog-Petersen u.a.
Producer: Gabriele Lins

Preise und Auszeichnungen:

  • Students-Oscar der Academy of Motion Picture Arts and Sciences
    in der Kategorie „Foreign Student Award“
  • 1999  Deutscher Kurzfilmpreis in Silber und Gold
  • 2000 Nominiert für den Oscar als bester Kurzfilm und für die beste Live-Action
  • FIPRESCI Prize – Special Men
  • Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis
  • Deutscher Kamerapreis
  • Max Ophülspreis: Bester Kurzfilm

Marc-Andreas Bochert
(HFF „Konrad Wolf“, Babelsberg)
Marc-Andreas Bochert wurde 1971 in Hildesheim geboren. Nachdem er sein Abitur gemacht und den Zivildienst abgeleistet hatte, begann er als Produktionasassisent und Cutter zu arbeiten. 1992 schireb er sich dann für den Studiengang Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam ein. Für seinen Kurzfilm „Schatten der Vergangenheit“, der zahlreiche Preise gewann, schrieb der Regisseur das Drehbuch selbst.

Filmografie als Regisseur und Drehbuchautor:

  • 1996 „Schatten der Vergangenheit“
  • 1999 „Kleingeld“
  • 1999 „Lotte Primaballerina“
  • 2000 „Die Spezialistenschow“
  • 2003 „ein Goldfisch unter Haien“
  • 2004 „Löwenzahn“ /drei Folgen

Preise und Auszeichnungen:

  • 2001 „Erich-Kästner-Fernsehpreis“ für „Die Spezialistenshow“
  • 2001 „International Children Film Festival N.Y., Grand Prize für „Prima
    Ballerina“
  • 1999 Nominierung für Student Academy Award für „Kleingeld“
1998
Preisträger

1. PREIS

DUNCKEL
Deutsche Film und Fernsehakademie Berlin

Buch und Regie:  Lars Kraume
Länge:  90 Minuten
Format:  35 mm
Genre:  Episodenfilm 1998

Inhalt:
Drei Brüder geraten in Schwierigkeiten als sie eine Bank überfallen und dabei zwei Polizisten töten. In drei Episoden erzählt der Film die hilflosen Fluchtversuche dreier sehr ungleicher Brüder. Jede Geschichte ist für sich ein Portrait; alle zusammen zeigen das Bild einer zerstörten Familie.

Urteil der Jury:
Film von herausragender erzählerischer Kraft und filmischer Dichte. Moderner Krimi. Brillant entwickelte und geführte Charaktere, originelle Struktur mit in die Tiefe entwickelten Konflikten voller szenischer Ideen und Überraschungen, spannend, unterhaltsam und intensiv erzählt. Psychologisch eindrucksvolle und plastische Figurenschilderung. Dialoge sind reich an Witz, Sarkasmus und Ironie.

Stab:
Kamera: Andreas Doub
Schnitt: Benjamin Hembus
Ton: Stefan Soltau
Ausstattung: Daniela Selig
Darsteller Florian Lukas, Oliver Korittke, Sebastian Blomberg, Isabella Parkinson, Vadim Glowna, Horst Buchholz
Produktion: ZDF – Das kleine Fernsehspiel /dffb / Von Vietinghoff Filmproduktion

Lars Kraume
Lars Kraume wurde 1973 in Chieri, Italien, geboren und wuchs in Frankfurt auf. Nach dem Abitur arbeitete er zwei Jahre als selbständiger Fotograf. Von 1994 bis 1998 studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und führte bei mehreren Kurzfilmen Regie.

Arbeiten von Lars Kraume als Regisseur:

  • 2004/2005 „Keine Lieder über Liebe“
  • 2001 „Kismet”, für „jetzt.-Film”, Süddeutsche Zeitung
  • 2001 „Viktor Vogel – Commercial Man”, Kinofilm
  • 2000 Adolf Grimme Preis in der, Kategorie Fiction/Entertainment für „Dunckel”
  • 1999 „Der Mörder meiner Mutter”, Studio Hamburg Produktion
  • 1999 „Dunckel”
  • 1997 „Live is too short to dance with ugly woman”
  • 1995/96 „Sexy Sadie”

Arbeiten von Lars Kraume als Drehbuchautor:

  • 2001 „Viktor Vogel – Commercial Man”
  • 1999 „Der Mörder meiner Mutter”

Preise und Auszeichnungen

  • Drei Grimme-Preise für „Dunckel“


2. PREIS

PAULS REISE
HFF München

Buch und Regie:  René Heisig
Hochschule:  HFF München
Produzent:  Avista Film, HFF München
Länge:  88 Minuten
Format:  35 mm
Genre:  Roadmovie 1998

Inhalt:
Der zwölfjährige Paul lebt allein mit seiner Mutter. Als er einen Rückfall in Leukämie erleidet und ins Krankenhaus muss, reißt er von zu Hause aus und versteckt sich im LKW seines nichts ahnenden Vaters. Dieser ist von dem ungebetenen Gast gar nicht begeistert, lässt ihn dann aber doch mitfahren. Während der gemeinsamen Reise wird dem Vater bewusst, wie sehr sein Sohn an ihm hängt. Als der Vater von dem Rückfall erfährt, muss er sich entscheiden. Entweder bringt er Paul sofort ins nächste Krankenhaus, oder er erfüllt ihm seinen größten Wunschtraum: Eine gemeinsame Fahrt ans Meer.

Urteil der Jury:
Da stimmt nahezu alles. Emotional bewegende, dicht und realistisch erzählte Geschichte. Die schauspielerischen Leistungen sind hervorragend, die Charaktere glaubwürdig. Die Musik bedient hervorragend das Genre Roadmovie. Der Film zeichnet sich durch ein hohes Productionsvalue aus.

Stab:
Kamera: Fritz Seemann
Schnitt: Melanie Werwie
Ton: Frank Heidbrink
Darsteller: Peter Lohmeyer, Niccolo Casagrande, Anett Kruschke, Klaus Haderer, Jan Gregor Kremp, Nathalie Cellier, Nick Wilder, Maja Felicia Feurich
Produktion: Avista Film,  HFF München
Producer: Alena Rimbach

Preise und Auszeichnungen:

  • Spezialpreis beim italienischen Kinderfilmfestival in Giffoni

René Heisig
René Heisig wurde 1960 in Rüsselsheim geboren. Nach seinem Studium der Medizin arbeitete er als Assistenzarzt in Frankfurt. Sein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München begann er 1990. René Heisig hat bereits bei mehreren Dokumentarkurzfilmen und Spielfilmen Regie geführt.

Filmografie:

  • 2002 „Das Duo – Tod am Strand”, Krimiserie ZDF
  • 2002 „Geht nicht, gibt’s nicht”, Fernsehfilm ZDF
  • 2001 „Vier Meerjungfrauen”
  • 2001 „Therapie und Praxis”, ARD
  • 2001 „Stahlnetz: Das gläserne Paradies”, Studio Hamburg Produktion
  • 2000 „Für die Liebe ist es nie zu spät”, Studio Hamburg Produktion
  • 1999 „Pauls Reise”


3. PREIS

DER GROSSE LACHER
Nach einer Geschichte von Henry Slesar
HFF München

Regie: Benjamin Herrmann
Länge: 15 Minuten
Format: 35 mm
Genre: Tragikomödie

Inhalt:
Der erfolglose Gagschreiber Fred Neuhaus ist schon lange nicht mehr gefragt. Er träumt vom ultimativen Witz, dem „großen Lacher“, der ihn wieder ins Geschäft bringt und für den er alles tun würde. Und er tut’s. Die verzweifelten Versuche, die er unternimmt, um auf einer Party seines Ex-Auftraggebers die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, enden jedoch in einer mittleren Katastrophe.

Urteil der Jury:
Gut erzählter und beobachteter Kurzfilm mit origineller Idee und straffer Regie. Die Figuren sind eindrucksvoll herausgearbeitet, der Dialog ist pointiert und witzig. Ein schnörkelloser Film, direkt, ohne Nebenschauplätze. Beeindruckend sind die präzise Kamera- und gute Lichtführung.

Stab:
Buch: Rochus Hahn, Thomas Letocha, Florian Gallenberger, Benjamin Herrmann
Kamera: Dixie Schmiedle
Schnitt: Andreas Althoff
Ton: Ingo Petrich
Sound Design: Alexander Saal
Musik: Rainer Michel
Szenenbild: Eberhard J. Resch
Kostüm: Gabriele Wohnig
Darsteller: Edgar Selge, August Schmölzer, Mathias Herrmann, Heidy Forster, Katharina Müller-Elmau, Philipp Moog, Peter Ender, Andreas Rebers, Martin Ontrop, Carolin Guthke, Hans Schödel, Christian Herrmann, Katharina Böhm, Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl u.v.a.
Producer: Christian Becker
Produktion: Christian Becker in Co-Produktion mit Vide Filmproduktion, Benguin Films, HFF München, Panther Rental, FFF Bayern

Preise und Auszeichnungen:

  • Premiere auf den Hofer Filmtagen, Prädikat besonders wertvoll
  • Filmförderpreis der Stadt München.

Benjamin Herrmann
wurde 1971 in Friedberg/Hessen geboren. Bereits mit 13 Jahren drehte er seinen ersten Kurzfilm. Weitere Kurzfilme, ein Spielfilm und diverse Schultheaterinszenierungen folgten. Nach dem Abitur studierte er Filmregie an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Von 1997 – 2000 war er Leiter der Abteilung Deutsche Kinofilme & TV-Movies bei ProSieben. Seit 2000 ist er Geschäftsführer der Senator Film Produktion und des Senator Film Verleihs.

Filmografie als Produzent & Executive Producer:

  • 2002/03 „The Virgin of Liverpool”, Kino
  • 2002/03 „Das Wunder von Bern”, Kino
  • 2001 „Was nicht passt, wird passend gemacht”
  • 2001 „Mondscheintarif”, Kino
  • 2001 „Der Schuh des Manitu”, Kino
  • 2001 „Das Experiment”, Kino
  • 2000 „Das Phantom”, TV
  • 2000 „Fußball ist unser Leben”, Kino
  • 1999 „St. Pauli Nacht”, Kino
  • 1999 „Quiero Ser – I want to be”
  • 1998 „Die Schläferv, TV
  • 1998 „Todfeinde”, TV
  • 1998 „Lichtspieler”, Dokumentation, Regie


SONDERPREIS DER JURY

DER PEITSCHENMEISTER
Filmakademie Baden-Württemberg

Buch, Regie, Animation: Daniel Nocke
Producerin: Sylvia Sabiwalsky
Länge: 58 Minuten
Format: 16 mm
Genre: Satire/Tragikomödie

Inhalt:
Der Auspeitscher Carlos lebt in einer scheinbar fest gefügten mittelalterlichen Welt und ist ein treuer Untertan der Fürstenfamilie. Seinem Beruf geht er mit großem persönlichen Engagement nach. Doch dann kommt Bewegung in die starre Hierarchie. Die Burgarbeiter proben den Aufstand und ermorden den Fürsten. Carlos kann dessen Tochter Waline retten und flüchtet mit ihr in die Berge. Unterdessen errichten die Revolutionäre eine neue Herrschaft, die der alten fast aufs Haar gleicht. Mitbestimmung und Gleichberechtigung existieren hier nicht. Carlos und Waline werden entdeckt und ins Gefängnis gesteckt. Mit einem Mithäftling versuchen sie zu fliehen. Doch als Carlos Waline im Wege steht, läßt sie ihn skrupellos fallen…

Urteil der Jury:
Originelle Geschichte mit ungewöhnlichen Mitteln erzählt, skurril und trotzdem realistisch. Der Film lebt von seinem scharfen, paradoxen Dialogwitz.

Stab:
Buch, Regie, Animation: Daniel Nocke.
Co-Autor: Tom Kindt
Kamera und Animation: David Schultz
Sprecher: August Kramann, Joachim Jung, Brigitte Zeh, Daniel Nocke
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

Daniel Nocke
wurde 1968 in Hamburg geboren. Während des Studium der Germanistik nahm er mit verschiedenen Kurzfilmen an diversen Festivals teil. Seit 1994 ist Daniel Nocke an der Filmakademie Baden-Württemberg für die Bereiche Drehbuch und Animation eingeschrieben und hat in dieser Zeit weitere kurze Animationsfilme realisiert.
Für „Der Peitschenmeister” wurde er 1999 mit dem Adolf Grimme Preis in der Kategorie Fiction/Entertainment ausgezeichnet.

Filmografie:

  • 2001 „Der moderne Zyklop”, Animationsfilm
  • 1999 „Die Trösterkrise”, Animationsfilm

Arbeiten von Daniel Nocke als Autor:

  • 2002 „Sie haben Knut”, Kinofilm
  • 2001 „Der moderne Zyklop”, Animationsfilm
  • 2000 „Ende der Saison”, Fernsehfilm
  • 1999 „Barracuda Dancing”, Fernsehfilm
  • 1999 „Die Trösterkrise”, Animationsfilm
  • 1998 „Macht man eigentlich anders”, Kurzfilm

Sylvia Sabiwalsky
wurde 1967 in Hanau geboren. Vor ihrer Ausbildung zur Film- und Videotechnikerin hat sie Jura in Frankfurt studiert. Anschließend folgte ein Praktikum als Aufnahmeleiterin und Produktionsassistentin bei der cineteam GmbH. Sylvia Sabiwalsky begann 1994 ihr Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg und arbeitet heute als Produktionsleiterin bei der Ravensburger Film und TV GmbH.

1997
Preisträger

1. PREIS

Das erste Mal
DFFB Berlin, Abschlussfilm

Regie: Connie Walther
Länge: 89 Min.
Format: Super 16
Genre: Komödie, 1996

Inhalt:
Die 15-jährige Fili schwärmt für den amerikanischen Schauspieler Jonny Depp und spart für ein Flugticket nach Los Angeles. Doch dann erfährt sie, dass Johnny Depp sich nur für Frauen mit Erfahrung interessiert! Wild entschlossen, ihr erstes Mal noch vor den Sommerferien hinter sich zu bringen, macht sie sich auf die Suche nach dem geeigneten Kandidaten. Diese gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Connie Walther über ihren Film:
„Die Grundidee, eine Geschichte über ein junges Mädchen, das erste sexuelle Erfahrungen macht, stand schon sehr früh fest“, sagt Connie Walther. „Das Thema interessierte mich seit langem, denn es ist wie kaum ein anderes umgeben von Ängsten und Vorurteilen auf der einen und hohen Erwartungen und Mythen auf der anderen Seite. Ich befragte Hunderte von Mädchen zu ihrem ‚ersten Mal‘, weil ich herausfinden wollte, ob das, was die Mädchen heute denken, noch in irgendeiner Weise etwas zu tun hat mit meinen eigenen Erinnerungen und mit der Geschichte, die mir vorschwebte.“ Herausgekommen ist ihr erster langer Film.

Begründung der Jury:
„Das erste Mal“ ist ein emotional und phantasievoll gestalteter Film mit viel Atmosphäre und Wärme. Die Geschichte ist in sich geschlossen und voller überraschender Wendungen. Meisterhaft führt die Regisseurin durch die verschiedenen Erzählebenen und setzt das Thema zeitgemäß und professionell um. Die Kamera ist modern und originell, das Casting sehr gut und die Schauspielerleistung herausragend.

Stab:
Drehbuch: Connie Walther/Anke Schenkluhn
Kamera: Peter Nix
Schnitt: Carola Hülsebus
Musik: Reinhold Hein
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Alexander Grünberg, Lothar, Andreas Herder, Johnny Depp,  Anne Kasprik, Benno Fürmann, Camilla Schmid
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) (Leipzig), Südwestfunk (SWF, Baden Baden), Westdeutscher Rundfunk (WDR), DFFB
Producerin: Susan Schulte

Preise und Auszeichnungen:

  • Internationale Hofer Filmtage 1996
  • Förderpreis „Bester Absolventenfilm 1996“, Potsdam
  • Seh-Süchte – Internationale Studentenfilmtage, Potsdam 1997
  • Film-Kunst-Fest Schwerin 1997

Connie Walther
(Deutsche Film- & Fernsehakademie Berlin)
wurde 1962 in Hessen geboren. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Soziologie und Spanisch in Marburg, wechselte dann zur Fotograpfie und absolvierte eine Ausbildung als Werbefotografin in Düsseldorf. Anschließend sammelte sie praktische Erfahrungen als Beleuchterin sowie als Produktions- und Regieassistentin bei Wolfgang Becker, Dominik Graf u.a. Es folgte ein Studium der Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Seitdem hat sie ihr Talent vor allem als Regisseurin immer wieder in TV- Produktionen und Werbespots unter Beweis gestellt. Im Jahr 2001 konnte Connie Walther mit ihrem Kinodebüt „Wie Feuer und Flamme“  nationale und internationale Erfolge feiern. Für ihren Spielfilm „Hauptsache Leben“ mit Renée Soutendijk als eine Frau, die mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert wird, wurde sie 1998 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Arbeiten von Connie Walther als Regisseurin:

  • 2001/02  „Das Duo – Im falschen Leben”, Fernsehfilm, ZDF
  • 2000  „Wie Feuer und Flamme”, Kinofilm, Buchmitarbeit
  • 1999  „Tatort – Offene Rechnung”, Fernsehfilm, SWR/ARD
  • 1998  „Tic, Tac, Toe”, Dokumentarfilm, ZDF
  • 1998  „Hauptsache Leben”, Fernsehfilm, ZDF, Adolf-Grimme Preis
  • 1997  „Der Clown II”, Pilotfilm zur Serie, RTL, Schauspielregie
  • 1995 – 97 „Das Leben ist eine Baustelle”, Regie 2. Stab
  • 1995 „Johnny Johnson“ (Kinospot für Theater des Westens)
  • 1992  „Börsday Blues“
  • 1991/92  „Kinderspiele”, Regieassistenz
  • 1989  „La Mémoire“
  • 1986  „Sprechstunde“

Arbeiten von Connie Walther als Drehbuchautorin:

  • 1998  „Tic, Tac, Toe”, Dokumentarfilm, ZDF
  • 1998 „Hauptsache Leben”, Buch mit Anke Schenkluhn


2. PREIS

Feuertaufe
Filmakademie Baden-Württemberg, Abschlussfilm

Buch und Regie: Jörg Lühdorff
Länge: 45 Min
Format: 35 mm
Genre: Thriller 1997

Inhalt:
Eine stürmische Novembernacht. In einem Learjet begleiten mehrere Beamte des BKA einen Mann, der einer von drei wichtigen Hauptbelastungszeugen in einem entscheidenden Prozess gegen das organisierte Verbrechen ist. Nach zwei bereits vollzogenen Attentaten, ist er der einzig verbleibende Zeuge für die Gerichtsverhandlung. Die Polizei steht unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit. Polizist Tom Felber wird an seinem ersten Arbeitstag abkommandiert, um den Zeugen in einem gut gesicherten Hotel zu bewachen. Noch bevor er seinen Dienst antreten kann, wird er von der Staatsanwaltschaft darüber informiert, dass ein „Maulwurf“ in seiner Einheit arbeitet. Völlig auf sich gestellt beginnt er nun die Ermittlungen. Jeder könnte der Attentäter sein, jede Minute macht das Attentat wahrscheinlicher. Je näher Tom der Lösung kommt, desto stärker verdichtet sich der Verdacht, dass er mit dem Zeugen bereits in einer lebensbedrohlichen Falle steckt…

Begründung der Jury:
„Feuertaufe“ ist ein exzellenter, spannender und souverän inszenierter Thriller von amerikanischer Qualität. Es handelt sich um eine dicht erzählte Geschichte ohne Längen mit herausragender Kameraführung. Die Schauspieler sind hervorragend, der Look ist aufwendig.

Stab:
Buch:  Marco Rossi
Kamera:  Jochen Stäblein
Schnitt:  Claudia Wolscht
Sounddesign:  Stefan Runge
Musik:  Ralf Wienrich
Darsteller: Heidrun Gärtner, Jörg Lühdorff, Bernd Gnann, Ralph Herforth, Michael Holz, Markus Knüfken, Helmut Lorin
Produktion:  Filmakademie Baden-Württemberg
Producer:  Andreas Ulmer

Jörg Lühdorff
Jörg Lühdorff wurde 1966 in Düsseldorf geboren. Nach einem Praktikum bei einer Industriefilmfirma war Lühdorff als freier Kameraassistent und Tonmann bei unterschiedlichen Dokumentar-, Industrie- und Spielfilmen tätig. Von 1991 bis 1997 studierte er an der Filmakademie Baden-Württemberg, u.a. bei Michael Verhoeven, Nico Hoffmann und Volker Schlegel. Seitdem hat Lühdorff bei zahlreichen  Werbespots ( u.a. für Telekom, Brot für die Welt) und Filmen Regie geführt.

Arbeiten von Jörg Lühdorff als Regisseur:

  • 2004 „Ratten – Sie kommen wieder!“
  • 2003 „Ratten – Sie werden dich kriegen!“
  • 2002  „Der Wannseemörder”, TV-Movie, SAT.1
  • 2001  „Ratten – Sie werden Dich kriegen!”
  • 1999  „Die Cleveren”, Serie RTL
  • 1999  „Der Todeszug”
  • 1995  „Das Leben danach – Himmlische Aussichten“
  • 1993  „In bester Gesellschaft“

Preise:

  • Film und Medienbörse „Bester Werbefilm“ für Bond Spot und Telekom Spot
  • „ADC Junior 1996“ für Telekom Spot
  • „Klappe 1996“ für Telekom Spot
  • „Das Leben danach“, Ecrans sans frontieres
  • Großer Preis der Stadt Mühlhausen


3. PREIS

Männer und ihre Hobbies
Aufbaustudiengang Regie an der Universität Hamburg

Regie:  Holger Borggrefe
Länge:  30 Minuten
Format:  16 mm
Genre:  Komödie

Inhalt:
Theo Schoeps hat ein recht merkwürdiges Hobby: Er mumifiziert die toten Hunde und Katzen der Nachbarschaft. Durch Zufall stirbt eines Tages ein Bankräuber in Theos Hobbykeller. Theos Ehefrau Iris ist glücklich, denn mit dem Geld kann sie endlich ihren Kosmetiksalon neu gestalten. Doch Theo hat mit dem Geld etwas ganz anderes vor…

Begründung der Jury:
„Männer und ihre Hobbies“ ist eine wunderbare, schnell erzählte, turbulente Geschichte mit viel Witz. Es handelt sich um einen beachtlichen Versuch im Genre der schwarzen Komödie.

Stab:
Buch: Thomas Oliver Walendy
Kamera: Rainer Wirth
Darsteller: Jörg Holm , Michael Schreiner, Ruth Wohlschlegel
Produktion: Hamburger Filmwerkstatt

Holger Borggrefe
(Aufbaustudiengang Regie der Universität Hamburg)
Holger Borggrefe wurde 1966 in Bonn geboren. Nach seinem Studium der Medien- und Kommunikationswisschenschaften in Kassel und Manchester absolvierte er den Aufbaustudiengang Regie an der Universität Hamburg. Seitdem hat Borggrefe bei mehreren Filmen (Werbespots, Kurzfilmen etc.) Regie geführt.

Arbeiten von Holger Borggrefe als Regisseur:

  • 2004/05 „Willkommen im Club“, Spielfilm, Regie und Drehbuch (Co-Autorin Nicole Unger);  gefördert durch die Filmförderung Hamburg
  • 2003 DORICA – Drehbuch für einen Spielfilm (Co-Autorin: Kasia Naumow); Drehbuch gefördert durch North-by-Northwest, Danish Filminstitut, Filmförderung Hamburg
  • ENDLOSE SEKUNDEN – Kurzspielfilm 15 Min. Super 16/35mm (auch Buch) – Prod. Rakete Film, gefördert durch Filmförderung Hamburg 2002 “Die Kinder vom Alstertal“  – Episoden einer Kinderserie für den NDR, 2 x 25 Min. 16mm – Televersal MATS & MIRANDA
  • 2002 „Kinder vom Alstertal“, 2 Episoden
  • 2002 „Endlose Sekunden“, Kurzfilm
  • 2002 „Kindergeschichten für die Sesamstraße Mats und Miranda“
  • 2001 „Die Kinder vom Alstertal“, 2 Episoden,  NDR
  • 2000 „Tiefflug“, Kurzspielfilm
  • 1998 „Sherut Taxi“ nominiert in der Kategorie Bester Kurzfilm 1999 auf dem Max Ophüls Festival


SONDERPREIS DER JURY

Hilda Humphrey
Filmakademie Baden-Württemberg, Abschlussfilm
Sonderpreis der Jury

Regie und Buch:  Nick Lyon
Producer:  Andreas Ulmer
Länge:  20 Minuten
Format:  35 mm
Genre:  Kurzfilm 1997

Inhalt:
Im Pilotfilm Hilda Humphrey führt Mrs. Filthy durch die katastrophale Geschichte von Hilda, die alte Lady von nebenan, die sich zur Beruhigung der Nerven gerne einen Schluck Gin genehmigt, und die Meinung vertritt, dass die Jugend von heute (die TV-Baby-Generation) moralisch verkommen und völlig pervertiert ist. Während Hilda alle (Horror)-Phasen einer Teenager-Entwicklung durchläuft, wird der Alptraum einer bürgerlichen Familie wird Wirklichkeit..

Begründung der Jury:
„Hilda Humphrey“ ist eine freche, bunte, originelle, provokative, schräge und dabei bewundernswert stilsicher und schlüssig inszenierte Geschichte, die übliche Grenzen sprengt. Herrlich überzeichnete amerikanische Typen stechen ins Auge. Perfekt ist die Abstimmung von Kamera, Musik, Darstellern, Licht, Motiven und Ausstattung.

Stab:
Kamera: Henning Stirner
Musik: Udo Schöbel
Set-Design: Katja Severin
Darsteller: Patrizio Moresco, Manuela Riva, Udo Schöbel, Xenia Seeberg, Pierre Shrady, Thomas Sohsna
Producer: Andreas Ulmer

Andreas Ulmer (Produktion)
(Filmakademie Baden-Württemberg)
wurde 1964 in Rottenburg a.N. geboren. Während seiner Studienzeit an der Filmakademie Baden-Württemberg hat Ulmer bereits mehrere Filmprojekte als Producer, Produktions- und Aufnahmeleiter realisiert.

Chronik 2017–2008