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Sendetermin: „Die Bibel der Hexenjagd – Anselm Bilgri auf Spurensuche“

Am Samstag, 3. Mai 2014, ab 18:55 Uhr zeigt Servus TV exklusiv im Rahmen der Sendereihe „Mit eigenen Augen – Zeitgeschichten“ die Dokumentation „Die Bibel der Hexenjagd – Anselm Bilgri auf Spurensuche“. Der Film zeichnet die Entstehungsgeschichte eines der verhängnisvollsten Bücher der europäischen Geschichte nach. Zahlreiche Reenactment-Szenen und starke Protagonisten bieten eine kurzweilige, unterhaltsame und informative Dokumentation. Der an Originalschauplätzen gedrehte Film beruht auf den authentischen Protokollen des Innsbrucker Hexenprozesses von 1485, der zum Auslöser der großen europäischen Inquisition wurde. 

Die Inquisitoren machten angeblichen Hexen das Leben zur Hölle. Allen voran Heinrich Kramer – ein Dominikaner, der als Prior eines Klosters im Elsass wirkte und mit dem die große europäische Inquisition begann. Er schrieb den Malleus Maleficarum, den Hexenhammer, und damit eines der finstersten Kapitel der katholischen Religion. Der Hexenhammer galt als „Regelwerk“ für die Hexenverfolgung, als Rechtfertigung für die grausamen Taten. Als „Historical Detective“ wagt Anselm Bilgri, Ex-Prior des Klosters Andechs, eine Reise in die dunkle Epoche des 15. Jahrhunderts. 

Anselm Bilgri war Mönch und ist Priester – ein Mensch, der Toleranz predigt und selbst übt. Er fragt sich, wie Heinrich Kramer zum Massenmörder werden konnte und wie die Kirche seine Taten dulden, gar befürworten, und mehr als 300 Jahre an deren Sinn festhalten konnte. Erst im Jahr 2000 entschuldigte sich Papst Johannes Paul II für die Sünden der Kirche – die aber nach wie vor unbegreiflich blieben. 

Daher machte sich Anselm Bilgri an die Aufklärung der grausamen Taten. Gemeinsam mit Kriminalpsychologin Dr. Ursula Gasch erstellt er nach eingehender Recherche ein Gutachten von Heinrich Kramer und lässt die Historikerin Dr. Christina Antenhofer die Rolle der Frau im Mittelalter ganz neu beschreiben. Diese war keineswegs, wie meistens angenommen, hörig, sondern selbstbewusst, nicht selten eigenständig und oft sogar reich. Waren es am Ende blanker Neid und Furcht, die den Hass auf die Frauen bei Kramer und seinesgleichen schürten? Anselm Bilgri entdeckt erschütternde Parallelen zwischen Mittelalter und Neuzeit. Denn die Verhörmethoden der Hexenverfolger gleichen nicht selten denen der Nazis und der Stasi. 

Unter der Regie von Matthias Kessler drehte die Doclights GmbH (Produzentin: Michaela Hummel) im Auftrag von Servus TV (Redakteur: Björn Thönicke) den Film „Die Bibel der Hexenjagd“.